Interview mit Henning Kagermann
SAP will Position gegen Microsoft verteidigen

Das Walldorfer Unternehmen SAP will seine Weltmarktführerschaft bei Unternehmenssoftware mit allen Mitteln gegen Microsoft verteidigen. Um mehr mittelständische Kunden zu gewinnen, würde SAP auch beim Preis mit dem US-Rivalen konkurrieren, sagte SAP-Chef Henning Kagermann dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. „Sollte es notwendig werden, würden wir unsere Preise entsprechend anpassen und alle Möglichkeiten einer intelligenten Preispolitik ausschöpfen.“ Der weltweit größte Softwarekonzern Microsoft drängt seit einiger Zeit massiv in das Geschäft mit betriebswirtschaftlicher Standardsoftware vor allem für den Mittelstand.

Kagermann betonte, derzeit sei SAP beim Preis zwar noch gegenüber Microsoft konkurrenzfähig. Der US-Wettbewerber, der sich lange Zeit vor allem auf Betriebssysteme und Büroanwendungen konzentriert hat, sei mittlerweile aber beim Kampf um den Mittelstand ein „ganz ernst zu nehmender Wettbewerber. Dennoch müssten die Walldorfer „keine Angst vor Microsoft haben“, betonte der Vorstandschef. Der Vorteil von Microsoft bestehe in dem Image, einfache Software anzubieten. „An diesem Punkt werden wir gegenhalten und gleichzeitig unsere Branchen-Kompetenz nutzen“, sagte Kagermann.

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Der SAP-Chef kündigte an, in diesem Jahr rund 1 500 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die meisten neuen Stellen würden in den USA, Indien und Asien entstehen. In Deutschland suche man vor allem neue Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Entwicklung, sagte Kagermann. Zurzeit beschäftigt der Softwarekonzern in mehr als 50 Ländern etwa 30 000 Menschen.

Mit Blick auf die Innovationsoffensive der Bundesregierung kritisierte der SAP-Chef, die Deutschen hätten es verlernt, eigene Forschungsergebnisse etwa in der Gentechnik oder der Nanotechnologie erfolgreich zu vermarkten. „Das haben die Amerikaner in den zurückliegenden Jahrzehnten besser gemach.“ Statt über künftige Eliteuniversitäten zu diskutieren, sollten aus Kagermanns Sicht eher renommierte Institute wie die Max-Planck-Gesellschaft finanziell stärker gefördert werden.

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