Interview mit Klaus Zumwinkel
„Bei der Post schon vor Jahren erledigt“

Klaus Zumwinkel ist nicht nur Vorstandschef der Post; er ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom. Von seiner Erfahrung beim Arbeitsplatzabbau kann das ehemalige Schwesterunternehmen profitieren – denn bei der Post verliefen die Stellenstreichungen weitgehend geräuschlos. Wie er das geschafft hat, erzählt Zumwinkel im Interview mit dem Handelsblatt.

Handelsblatt: Als Aufsichtsratschef der Telekom haben Sie bei einem weiteren ehemaligen Staatsmonopolisten großen Einfluss. Ist der Konfliktkurs, den Telekom-Chef Obermann gegen die Gewerkschaft Verdi verfolgt, richtig?

Zumwinkel: Ich kommentiere das operative Geschäft des Telekom-Vorstands nicht.

Herr Obermann kann sich also auf Ihre Unterstützung verlassen?

Es gibt keinen Anlass, das in Frage zu stellen. Herr Obermann hat meine volle Unterstützung und mein volles Vertrauen.

Gilt das auch noch, wenn sich der Streik noch länger hinzieht?

Davon können Sie ausgehen. Die Telekom befindet sich in einer Phase extremer Herausforderungen, in der sich nicht nur die technischen Möglichkeiten, sondern auch die Bedürfnisse der Kunden rasant verändern. Um diesen Umbrüchen und Anforderungen gewachsen zu sein, hat der Vorstand der Telekom frühzeitig ein Konzept vorgelegt, das jetzt nach und nach umgesetzt wird. Ein Teil des Programms betrifft etliche Mitarbeiter und die Arbeitszeitgestaltung, was tatsächlich nicht geräuschlos und einfach zu realisieren ist. Und da kann ich nur von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Kreativität und Flexibilität erwarten.

Post-Großaktionäre werden bereits unruhig und befürchten, dass Ihr Job bei der Telekom zu Lasten der Post geht ...

Das ist absoluter Unsinn. Ein Aufsichtsratsvorsitzender ist nicht im operativen Geschäft tätig. Zwar ist der Job bei der Telekom intensiver als bei anderen Konzernen, doch fühle ich mich nicht überfordert. Die Aufgabe ist an mich herangetragen worden, weil es Überschneidungen gibt. Zum einen sitzt die Telekom auch in Bonn. Zum anderen sind bei beiden Unternehmen Erfahrungen im Umgang mit Verdi, der Politik und der Bundesnetzagentur gefragt. Ich bin nicht auf Aufsichtsrats-Tantiemen angewiesen und kann Sie daher beruhigen: Ich mache den Job bei der Telekom gern.

Heißt das, dass Sie Ihren Anfang 2008 auslaufenden Vertrag bei der Telekom verlängern werden?

Darauf antworte ich erst dann, wenn die Frage ansteht, also um die Jahreswende.

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