Interview mit Spartenchef Kollatz
„Es stand ein Fragezeichen hinter SBS“

Christoph Kollatz steht an der Spitze der neuen IT- und Software-Sparte SIS von Siemens. In ihr ist die krisengeschüttelte SBS aufgegangen. Binnen kürzester Zeit hat Kollatz aus dem Sorgenkind einen Musterknaben gemacht. Wie er das geschafft hat, verrät er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Herr Kollatz, im ersten Quartal hat ihr Bereich plötzlich eine Rendite von fünf Prozent erwirtschaftet – und damit das vom Siemens-Konzern für dieses Frühjahr vorgegebene Ziel erreicht. Zuvor hat SBS jahrelang rote Zahlen geschrieben. Da kann doch nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein.

Es ist kein Zufall, dass wir gerade jetzt unser Margenziel erreicht haben. Wir ernten die Früchte der harten Sanierungsarbeit aus den vergangenen 18 Monate.

Das alles erklärt noch nicht den mächtigen Sprung innerhalb eines einzigen Quartals.

Im zweiten Quartal des Jahres hatten wir keine Sonderbelastungen aus der Restrukturierung mehr. Die Marge von 5,2 Prozent spiegelt also unser tatsächliches Leistungsvermögen wider.

Wie haben Sie denn aus dem langjährigen Sorgenkind SBS einen Bereich gemacht, der eine operative Rendite von mehr als fünf Prozent erwirtschaftet?

Wir haben ein Programm erarbeitet, um unsere Produktivität um 1,5 Mrd. Euro zu steigern – die Hälfte entfällt dabei auf Personalkosten, die andere auf Material. Wir haben in den vergangenen anderthalb Jahren weltweit rund 5 500 Stellen abgebaut . Zudem haben wir niedrigere Arbeitskosten in Deutschland durch einen Ergänzungstarifvertrag mit der IG Metall. Beim Material haben wir es geschafft, die Kosten in den Griff zu bekommen.

Welche Materialkosten hat denn ein Unternehmen, das sich hauptsächlich mit IT-Dienstleistungen und Software beschäftigt?

Dazu zählen etwa Rechner, Server, Software oder externe Spezialisten, die wir für Projekte einkaufen. Wir haben weltweit unsere Lieferanten gebündelt, schnelle elektronische Einkaufsprozesse etabliert und Rahmenverträge abgeschlossen, mit denen wir jetzt erheblich die Kosten gesenkt haben.

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