Interview mit Stefan Groß-Selbeck
Neuer Xing-Chef: "Ich muss und will noch viel lernen"

Und was bieten Sie den Kunden, um die eigene Position zu stärken?

Im Kernsegment, bei unseren Premiumkunden, wollen wir noch mehr Nutzwert schaffen. Neu sind zum Beispiel die Unternehmensprofile und unser Service "Xing-News", den wir bereits auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Spanisch anbieten, In den nächsten Wochen wird auch die italienische Version gestartet. Unsere Mitglieder können so Nachrichten, die aus zahlreichen Quellen stammen, weiterleiten, diskutieren oder kommentieren. Den über 40 000 Personalberatern und Recruitern, die sich jetzt schon bei uns tummeln, wollen wir ebenfalls neue Tools an die Hand geben. Mit "Xing-Mitglieder fragen” können unsere Nutzer Fragen stellen und Antworten von anderen Mitgliedern bekommen. Dabei profitieren sie vom Fachwissen der User im Xing-Netzwerk. Auch dieses neue Feature ist bereits als Betaversion auf unserer Plattform zu finden und kann aktiviert werden.

Lars Hinrichs hat Xing gegründet und etabliert. Sie sind sein Nachfolger. Ist sein Erfolg eine Hypothek für Sie?

Lars Hinrichs hat Xing in fünf Jahren von null aufgebaut und es zu einem 35-Millionen-Euro-Umsatz-Unternehmen gemacht. Das ist eine enorme Leistung und ganz sicher keine Hypothek für mich, sondern ein Ansporn.

Hinrichs sitzt jetzt im Aufsichtsrat. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Sehr gut. Xing ist sein Baby, da lässt er niemanden ran, dem er nicht traut.

Er mischt sich nicht ein?

Nein, es gibt die Aufsichtsratssitzungen, wo wir uns regelmäßig treffen und die wichtigen Themen besprechen. Aber ich habe freie Hand. Viele Gründer können später als Aufsichtsrat nicht loslassen, er jedoch kann das erstaunlich gut.

Sind Sie schon immer Netzwerker gewesen?

Zu meiner Zeit als Student an deutschen Unis spielte das kaum eine Rolle. Aber ich habe später, wie so viele andere, die Erfahrung gemacht, dass eigene Netzwerke sehr hilfreich im Leben sind. Erlebt habe ich das eigentlich erst, als ich ans Insead in Fontainebleau nach Frankreich kam. Ich habe erfahren, wie nützlich es sein kann, ältere Absolventen zu kontaktieren. Der gemeinsame Hintergrund schafft eine emotionale Bindung. Bei der Beratung BCG ist es ähnlich, auch dort gibt es einen großen Vertrauensvorschuss für Leute, die früher ebenfalls dort gearbeitet haben.

Insead-Absolventen haben bei Ihnen bei der Bewerbung also bessere Karten?

Der Stempel ,Insead' auf dem Zeugnis allein reicht nicht aus. Aber sagen wir so, sie bekommen von mir mehr Aufmerksamkeit geschenkt als andere Absolventen. Und das ist ein schönes Beispiel, wie hilfreich VitaminB schon mal sein kann. Ihren Weg müssen sie aber natürlich alleine gehen.

Wie haben Sie von Ihrem Alumni-Netzwerk bisher schon profitiert?

2002 bekam ich von Philipp Justus, dem Geschäftsführer Ebay Deutschland, den ich aus gemeinsamen BCG-Zeiten kannte, das Angebot, zu Ebay zu wechseln. Der einfache Kontakt hätte aber nicht ausgereicht. Philipp Justus wusste, was für eine Arbeit ich leiste - deshalb hat er mich angerufen.

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