Interview mit Thorsten Grenz, Vorstandschef Mobilcom
"Das ist doch heiße Luft"

Mobilcom-Chef Thorsten Grenz attackiert im Interview mit dem Handelsblatt den Vorstandschef von Freenet, Eckhard Spoerr. Er gefährde den Fahrplan für die Fusion von Mobilcom und Freenet. Mobilcom, das 50 Prozent an Freenet hält, will die Beteiligung in den Konzern eingliedern.

Im August sollen die Hauptversammmlungen die Fusion Mobilcom und Freenet beschließen. Kann der Zeitplan noch eingehalten werden?

Der Zeitplan für die Verschmelzung ist gerade noch einzuhalten, aber es sind verstärkte Anstrengungen notwendig, da freenet den Businessplan erst 3 Wochen später als ursprünglich vereinbart vorgelegt hat. Je früher die strategischen Vorteile der Verschmelzung genutzt werden können, desto besser. Hinzu kommt, dass die freenet-Gewinne für das Geschäftsjahr 2005 voll besteuert werden würden, wenn die Verschmelzung im August den Hauptversammlungen nicht vorgelegt und bestätigt wird.

Der Freenet-Chef Eckhard Spoerr hat sich gegen eine Verschmelzung ausgesprochen, wenn sie den Freenet-Aktionären schadet. Haben Sie den Eindruck, dass Spoerr mit seinen öffentlichen Äußerungen die Fusion torpediert?

Das ist doch heisse Luft. Niemand will eine Verschmelzung die einer Gruppe schadet. Das wäre in den Hauptversammlungen auch gar nicht durchsetzbar. Der Kapitalmarkt hat die Verschmelzung eindeutig positiv bewertet. Daraus ergibt sich eine Verpflichtung, sachorientiert an diesem Projekt zu arbeiten. Es geht um Aktionärsinteressen - als Vorstandsvorsitzender sollte man sich da nicht allzu wichtig nehmen.

Spoerr kritisiert, dass Synergien, Ressourcenplanung und Organisation noch nicht geklärt seien. Woran liegt das?

Das sind wichtige Fragen, für die allerdings die Businesspläne elementare Voraussetzung sind. Die Pläne definieren die erwarteten Entwicklungen der Geschäftsfelder. Wie sollte man ohne eine Planung Synergien berechnen oder Ressourcen planen? Und da ist freenet eindeutig in Verzug.

Der Freenet-Chef hat jüngst erklärt, dass das Umtauschverhältnis deutlich zu Gunsten von Freenet ausfällt und nicht eins zu eins betragen wird. Wie sehen Sie das?

Das ist weder hilfreich noch besonders originell. Für das Austauschverhältnis sind die Businesspläne entscheidend, auf deren Austausch wir seit Wochen dringen. Die seit Monaten stabile Relation der Börsenkurse ist jedoch eine gute Orientierung, da sie die Markterwartung für die Entwicklung beider Geschäftsfelder widerspiegelt. Eine Abweichung müsste schon extrem gut begründet sein.

Wie wird das Management der neuen Gesellschaft aussehen?



Wir sollten konstruktiv an den Sachfragen arbeiten, über Personalien können wir danach entscheiden.

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