Interview mit Vorstandschef Kagermann
Indien wird SAP „langsam teuer“

Die Softwareschmiede SAP will ihre Entwicklungskapazitäten in China und Osteuropa deutlich ausbauen.

HB HAMBURG. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, will der Software-Konzern so auf die steigenden Kosten im bisherigen Billiglohnland Indien reagieren, in dem SAP unter anderem einen Standort in der IT-Metropole Bangalore unterhält.

„Indien wird langsam teuer“, sagte Vorstandssprecher Henning Kagermann der Zeitung. „Wir haben uns vorgenommen, dort nur noch eine bestimmte Zahl (an Mitarbeitern) einzustellen und uns dann nach anderen Lokationen umzuschauen.“ In China ist SAP derzeit nur mit wenigen Entwicklern präsent. „Dass wir nicht so viel Entwicklung in China haben, hat natürlich damit zu tun, dass der Schutz geistigen Eigentums nicht so ist wie in anderen Ländern. Das wird uns aber nicht abhalten, auch in China mehr zu machen“, erklärte Kagermann.

„Heute sind unsere Beschäftigtenzahlen in China in der reinen Entwicklung im niedrigen Hunderterbereich, das kann aber auch schnell in den Tausender-Bereich kommen. Das hängt von den Rahmenbedingungen ab, die können sich ganz schnell ändern“, fügte er hinzu.

Auch in Osteuropa will Kagermann die Entwicklung ausbauen. Im Gegensatz zu Indien sei die Fluktuation des Personals niedrig. „Und die Kosten sind auch nicht so hoch“, sagte er. Hinzu komme die anders als in Indien durchweg gut ausgebaute Infrastruktur.

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