Interview mit Vorstandschef Ralph Dommermuth
United Internet bremst Übernahmephantasie

Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert sich United-Internet -Chef Ralph Dommermuth erstmals seit dem Einstieg bei Versatel zu seinen Plänen im DSL-Markt.



Handelsblatt: Herr Dommermuth, Sie haben zusammen mit Drillisch bei Freenet auf 20 Prozent aufgestockt. Planen Sie eine Komplettübernahme?

Dommermuth: Nein, das ist derzeit kein Thema. Genau wie bei Versatel ging es uns bei Freenet vor allem darum eine starke Position aufzubauen. Unser erstes Ziel ist es, am Wachstum dieser beiden letzten unabhängigen überregionalen DSL-Anbieter zu partizipieren.

Was aber eine komplette Übernahme natürlich nicht ausschließt, oder?

Wir haben immer gesagt, dass wir uns mittel- und langfristig vorstellen können, unsere Anteile aufzustocken. Aber wie gesagt, zurzeit ist es kein Thema.

Warum wollen Sie denn noch warten?

Sie müssen bei einer Übernahme schauen, ob der Preis stimmt. Wenn Sie sich die Aktienkurse von Versatel und Freenet ansehen, dann ist da aus unserer Sicht derzeit sehr viel Übernahmephantasie eingepreist. Deswegen können wir uns eine Übernahme momentan nicht vorstellen, weder bei Freenet noch bei Versatel.

Würde sich das ändern, wenn ein Dritter das Spielfeld betritt und mitbietet, etwa Telefonica?

Das ist die Lieblingsgeschichte der Hedge-Fonds, die bei Freenet engagiert sind. Ich glaube aber, dass das sehr unwahrscheinlich ist, weil jeder Dritte diese Möglichkeit schon jahrelang gehabt hat. Warum sollte der ausgerechnet jetzt kommen, wo wir eingestiegen sind?

Vielleicht, um Ihnen das Geschäft zu erschweren?

Klar. In einem solchen Fall müssten wir uns die Situation genau anschauen. Wird zum Beispiel ein überhöhter Preis aufgerufen, dann könnte es irgendwann sinnvoll sein, unsere Aktien zu liefern. Dann hätten wir immerhin einen schönen Profit gemacht.

Und wenn der Preis ?nur? vernünftig sein sollte?

Dann könnte man zum Beispiel überlegen, ob man im gleichen Atemzug mit aufstockt. Bis zu einer Grenze von 30 Prozent ist das ja möglich, ohne dass wir allen Aktionären ein Angebot unterbreiten müssen. Dann hätten wir am Ende in Ihrem Beispiel eine gemeinsame Firma mit Telefonica, was nicht schlecht sein muss.

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