Investition in Meizu
Internet-Riese Alibaba drängt ins Smartphone-Geschäft

Zur Not geht es mit viel Geld: Der chinesische Internet-Konzern Alibaba investiert eine üppige Summe in den Smartphone-Hersteller Meizu. Damit will er seinem wenig beliebten mobilen Betriebssystem einen Schub geben.
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DüsseldorfDer chinesische Internet-Riese Alibaba steigt ins Smartphone-Geschäft ein: Er investiert 590 Millionen Dollar (520 Millionen Euro) in den chinesischen Gerätehersteller Meizu. Der Konzern erhält dafür eine nicht näher bezifferte Minderheitsbeteiligung. Zudem integriert er künftig sein Betriebssystem Yun OS auf Mobiltelefonen des Partners, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Im Gegenzug kann Meizu die Dienste des E-Commerce-Konzerns nutzen.

Mit seinem eigenen mobilen Betriebssystem will Alibaba seine Position im wachsenden Smartphone-Markt sichern. Bisher installieren nur kleine Hersteller Yun OS. In China dominiert Android, das auf neun von zehn Geräten läuft – allerdings in vielen Fällen ohne die Dienste von Google. Der chinesische Smartphone-Markt ist hart umkämpft. Die meisten Geräte verkaufen Xiaomi, Samsung und Lenovo. Der Marktanteil von Meizu liegt bei weniger als zwei Prozent.

Nach Einschätzung von Experten könnte Alibaba weitere Beteiligungen anstreben. „Das ist nicht die größte Investition“, sagte Li Yujie vom Marktforscher RHB Research Institute in Hongkong der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es ist möglich, dass Alibaba in der Zukunft auch in andere Smartphone-Hersteller investiert.“

Infografik

Die größten Börsengänge

Emissionsvolumen in Mrd. US$


Alibaba ist bislang vor allem in China aktiv. Der Internet-Konzern machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen, als er mit Erlösen von 25 Milliarden Dollar den weltgrößten Börsengang hinlegte. Firmengründer Jack Ma war zwischenzeitlich der reichte Mann des Landes, derzeit steht er mit einem Vermögen von rund 25 Milliarden Dollar auf Platz drei.

Der Konzern ist in China ein Riese, Waren im Wert von zwei Prozent des chinesischen Bruttoinlandprodukts laufen durch seine Handelsportale. Er steht aber vor einem ähnlichen Problem wie Facebook und Amazon: Die Unternehmen müssen sicherstellen, dass die Nutzer ihre Dienste auch auf mobilen Geräten finden. Anders als auf dem PC erfolgt der Zugriff nicht über den Browser, sondern zumeist über Apps. Das Betriebssystem und die Platzierung von Anwendungen haben daher entscheidenden Einfluss. Amazon baut deswegen eigene Geräte, Facebook hat zumindest über ein eigenes Smartphone nachgedacht.

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