Investmentgesellschaft
Gigaset könnte nach Singapur verkauft werden

Eine Investmentgesellschaft aus Singapur hat Interesse am Gigaset bekundet. Der Telefonhersteller plant unter anderem eine Wandelschuldverschreibung. An den Märkten sorgte die Nachricht für einen Sturz der Gigaset-Aktie.
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DüsseldorfDer Telefonhersteller Gigaset könnte schon bald nach Asien verkauft werden. Die Investmentgesellschaft Goldin Fund aus Singapur plant ein Übernahmeangebot für die einstige Siemens -Tochter. Aktionäre sollen im Rahmen dessen ein Euro je Papier erhalten, wie die Unternehmen am Freitag bekannt gaben. Diese Aussicht trieb die Anleger zunächst zu vorzeitigen Verkäufen: zeitweise fielen die Aktien um sieben Prozent auf 98 Cent und damit unter den Angebotspreis.

Allerdings sind zunächst die bestehenden Aktionäre gefragt. Ihnen werden neue Aktien und eine Wandelanleihe angeboten, die Gigaset zwischen 15,4 Millionen und 43 Millionen Euro in die Kasse spülen sollen. Greifen die Anteilseigner nicht zu, übernimmt Goldin den Rest.

Die Investmentgesellschaft macht aber einen Anteil von mindestens 30 Prozent zur Bedingung, um dann auch ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. In dem Fall wolle der Fonds dann auch in ein neues Geschäftsfeld investieren: Tablet-Computer, Smartphones und andere mobile Kommunikationsgeräte sollen die Geschäfte der Münchner anheizen. Zunächst wird Goldin Fund gemäß der Vereinbarung 30 Millionen Euro in diese Tochtergesellschaft stecken und erhält dafür Vorzugsaktien. Weitere 140 Millionen Euro sind zu einem späteren Zeitpunkt geplant, ebenfalls im Tausch zu Vorzugsaktien der Tochter.

Hinter Goldin Fund steht der Unternehmer Pan Sutong aus Hongkong, der zu seinen Beteiligungen bereits andere Firmen der Konsumgüterelektronik zählt. Zum Portfolio gehört etwa der Auftragsfertiger Matsunichi, der Tablet-Computer und andere mobile Geräte herstellt und Markenunternehmen beliefert.

Gigaset hat wie die Konkurrenz mit der Wirtschaftsflaute in Europa zu kämpfen und zur Sanierung unter anderem Stellen abgebaut. Weil Schnurlostelefone im Zeitalter von Smartphones immer weniger gefragt sind, wollen die Münchner sich verstärkt auf vernetzte Haustechnik verlegen. Vorstandschef Charles Fränkl kommt bislang mit seinen Plänen allerdings nur langsam voran.

Zudem lastet die turbulente Vergangenheit auf dem deutschen Marktführer für DECT-Telefone. Nach der Abspaltung von Siemens und dem Kauf durch den Finanzinvestor Arques kam es zum Streit über die Kaufsumme. Danach wurde Arques auf Gigaset verschmolzen und erbte deren kostspielige Rechtsstreitigkeiten aus verschiedensten Branchen. Arques-Mitbegründer Peter Löw kontrollierte im Aufsichtsrat die Geschicke der Firma mit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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