Investor Carl Icahn plant angeblich Übernahme
Samsung prophezeit Chipboom

Die Preise für Speicherchips sind in den den vergangenen Monaten kontinuierlich gesunken. Das hat Samsung das Ergebnis im zweiten Quartal verhagelt. Von Enttäuschung aber keine Spur, denn die Zukunftsaussichten scheinen glänzend. Doch nicht nur diese Prognose trieb den Kurs kräftig.

HB SEOUL. Selbst Zuwächse im Geschäft mit Flachbildschirmen konnten das Absinken des Nettogewinns um 5 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro (1,42 Billionen Won) nicht verhindern, wie das südkoreanische Unternehmen am Freitag mitteilte. Allerdings fiel der Rückgang geringer aus als von Analysten erwartet. Der operative Gewinn sank sogar um 36 Prozent auf 721 Mill. Euro – den niedrigsten Betrag seit dem vierten Quartal 2001.

Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahrs rechnet Samsung indes mit einer Erholung des Chipmarkts sowie Zuwächsen in den Sparten Handys und Bildschirme. Im Gesamtjahr will der Konzern die Auslieferung von sogenannten DRAM-Chips, die als Arbeitsspeicher in Computern dienen, um 100 Prozent hochschrauben, die von NAND-Chips, die etwa in Speicherkarten von Digitalkameras eingesetzt werden, sogar um 130 Prozent. Zudem erhöhte der Konzern das weltweite Absatzziel für Mobiltelefone im laufenden Jahr. Samsung erwartet nun den Verkauf von 150 Mill. Stück statt zuvor prognostizierter 133 Mill.

„Alle Geschäftsbereiche werden im zweiten Halbjahr ein hohes Nachfrageniveau verzeichnen“, hieß es vom Unternehmen zusammenfassend. Im Grund liefen die Geschäfte auch im zweiten Quartal nicht schlecht, nahm der Umsatz doch um 3,7 Prozent auf 11,6 Mrd. Euro zu.

Der Ausblick sei sehr gut, sagte ein Börsianer. Das Unternehmen gehe von einem kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Halbjahr aus. Die Zuversicht über eine steigenden Nachfrage und steigenden Preisen bei Chips sollte auch die europäischen Hersteller wie Infineon beflügeln, hieß es.

Übernahmespekulationen

Doch nicht die guten Zahlen alleine waren es, die die Aktien von Samsung am Freitag um sechs Prozent auf den höchsten Stand der vergangenen 15 Monate steigen ließen. Die südkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“ berichtete, der US-Milliardär Carl Icahn und mehrere Hedge-Fonds bereiteten ein feindliches Übernahmeangebot für den weltgrößten Speicherchip-Hersteller vor. Das Blatt berief sich auf Informationen eines namentlich nicht genannten, hochrangigen Samsung-Mitarbeiters.

Der Vizepräsident von Samsung, Chu Soowik, erklärte, ihm seien solche Pläne nicht bekannt. Sein Unternehmen hätte aber Strategien, um eine feindliche Übernahme abzuwehren. Eine mögliche Maßnahme sei der Verkauf von Aktien an freundliche Investoren, berichtete die „Chosun Ilbo“. Der Konzern hat einen Marktwert von etwa 75 Mrd. Euro, wäre also kein leicht zu verdauender Brocken.

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