Investoren enttäuscht Apple muss bescheiden werden

Es ist eine natürliche Entwicklung: Je größer ein Konzern wird, umso schwieriger ist es, weiter schnell zu wachsen. Das erlebt jetzt auch der Hersteller von iPad und iPhone. Apples Erfolgsgeschichte nutzt sich ab.
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Apple-Store in New York: Der iPhone-Konzern hat seine Zahlen präsentiert. Quelle: AFP

Apple-Store in New York: Der iPhone-Konzern hat seine Zahlen präsentiert.

(Foto: AFP)

San FranciscoVerrückte Welt: Es war für Apple ein Rekordquartal in jeder Hinsicht. Umsatz und Nettogewinn erreichten im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit 54,5 Milliarden Dollar und 13 Milliarden Dollar neue Bestmarken. Noch nie wurden mit 47,8 Millionen so viele iPhones und mit 22,9 Millionen so viele iPads in einem Quartal verkauft. Sagenhafte 137 Milliarden Dollar Barvermögen häufen sich jetzt auf den Apple-Konten, das ist mehr als die frühere Nummer eins der IT-Welt, Hewlett-Packard, in einem Jahr an Umsatz macht.

Jedes Unternehmen der Welt würde sich alle Finger danach lecken solche Zahlen auszuweisen. Und trotzdem erlebte die Aktie nachbörslich am Mittwoch ein Schlachtfest. Bis zu elf Prozent auf unter 460 Dollar brach der Kurs zeitweilig ein. Denn so positiv die Zahlen sind, immer mehr Investoren fürchten, dass die Luft für weiteres Wachstum dünner wird. Und die Anzeichen mehren sich, der Druck auf CEO Tim Cook steigt. Wo sind die neuen „Killer-Produkte“?

Die Zahlen belegen nach einer Auswertung von Bloomberg das geringste Gewinnwachstum seit 2009 und das schwächste Umsatzplus in 14 Quartalen. Wenn man auf dem Gipfel ist, wird es halt immer schwieriger höher zu klettern. Die Schätzungen für das laufende Quartal untermauern diese Annahme. Für den Zeitraum bis Ende März erwartet Apple nach eigenen Angaben einen Umsatz zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar. Das ist erwartungsgemäß geringer als im Weihnachtsquartal, aber im vergleichbaren Vorjahresquartal waren es auch schon 39,2 Milliarden Dollar. Im besten Falle rechnet CEO Tim Cook also mit einem Plus von rund zehn Prozent.

Erschwerend kommt noch eine überraschende Änderung der Ergebnisprognosen durch Apple hinzu. Gab es bis jetzt „konservative“ Schätzungen, die man mit Sicherheit erreichen konnte, werden ab jetzt laut Finanzchef Peter Oppenheimer Erwartungen veröffentlicht, von denen man ausgehe, dass man sie tatsächlich auch so ausweisen werde. Es ist also Schluss mit der jahrelangen Tiefstapelei, die dazu geführt hatte, dass Apple-Ergebnisse regelmäßig deutlich besser ausfielen als zuvor erwartet.

Die 43 Milliarden Dollar Umsatz sind tatsächlich der Wert, der aus heutiger Sicht der Dinge die Obergrenze darstellen wird. Das legt einen weiteren Schluss nahe: Wäre Apple bei der bisherigen streng konservativ-tiefstapelnden Linie geblieben, hätte man vielleicht eine Prognose unterhalb des Vorjahresquartals herausgeben müssen.

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12 Kommentare zu "Investoren enttäuscht: Apple kann sich Tiefstapelei nicht mehr leisten"

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  • Hierbei darf aber der Preis nicht vergessen werden. Ein Kaufpreis liegt m.E. bei frühestens 140-150€!! Hiervon ist die Aktie weit entfernt. In den übrigen Punkten haben Sie völlig Recht. Insbesondere die finanzielle Situation des Unternehmens ist beeindruckend.

  • Lieber Herr Dork,

    Pech gehabt. Bin überzeugter Apple-User seit über 20 Jahren. Das ändert nichts daran, dass ich wahrnehme, dass Apple mehr und mehr zum Big Brother_sprich Virus_mutiert.

    Ich sage offen meine Meinung und keiner bezahlt mich dafür.

    Wie sagt man so treffend im Englischen? : Things end.

  • Nachdem jetzt ein Schwall unfassbar kranker Meldungen in die Presse gedrückt wurde (TOTALABSTURZ!!!!! Trotz 43. Rekordquartal ohne Rückgang in Folge) schwemmen jetzt die Astroturfer die Foren, die angeblich seit 20 Jahren Apple benutzen und es plötzlich ganz entsetzlich finden.

    Interessant wäre, wer diese Kampagnen bezahlt. Samsung? Microsoft? Google?

  • Genug ist nicht genug :–((

  • Via Sendungsbewußtsein wurde die Marke von S. Jobs quasireligiös aufgeladen.
    Dabei verstand es Jobs, die dazugehörige Produktdramaturgie souverän zu handlen: ein Gründerphänomen mit dem es nicht nur Apple zu tun hat.

    Zur Markenführung gehört mehr als lediglich ein brav absolviertes WiWi-Studium mit magna cum: auch Charisma, das man bereit ist auf eine Marke zu übertragen.

    Nachfolger haben es da in einem Unternehmen naturgemäß nicht leichter.

    Jobs verstand es, gewisse technische Standards mit Design, Persönlichkeit und "must have" aufzuladen:
    Alles Qualitäten, die man erst lernen kann, sofern persönliche Substanz dafür vorhanden ist.

    Bei Auswahlkriterien für Führungspersonal gilt so etwas zu 90% als no go.

    Apple nach Jobs macht es fast exemplarisch vor.

  • Ich muss feststellen, dass Apple´s Praktikabilität im Alltagsgebrauch eher abnimmt und unter dem Deckmantel der Kundenfreundlichkeit, sich mehr und mehr unerwünschte Software Routinen einschleichen.
    Programme wie Itunes und ICloud operieren in Ihrer Funktionalität und Datensammelwut eher wie das, was man eigentlich immer bekämpft, wie ein Virus.

    Und das sage ich, der noch nie einen PC besessen hat und seit 1990 ausschliesslich Applecomputer benutzt.

  • ..............................
    ......APPLE.........
    ZUM FALLOBST GEWORDEN
    ..............................
    nach den zahlen gestern noch einmal
    um 10% gesunken..
    ..
    fazit
    ..
    charttechnik..nach allzeithoch und doppeltopp
    mittlerweile in abwärtstrend, der den aufwärts-
    trend spiegelverkehrt abbildet..
    ..
    hinzukommen konkurrenzprodukte und fehlende
    innovationen im eigenen hause..
    ..
    also..
    was hoch steigt..
    kann tief fallen..!!!
    ..
    fallschirm öffnen..
    aktien absichern...

  • Nach den Regeln von Buffet und Graham ist Apple ein absoluter Kauf: Marktführer, finanz-und innovationsstark, viele Standbeine, beste Marke usw.. Nach den Regeln des Marktes (Trader wollen so oft wie möglich kaufen und verkaufen, Hedge-Fonds treiben das Hase-Igel-Spiel) treibt man in Branchenrotation immer wieder eine neue Sau durchs Dorf. Viele US-Werte wurden wie Raketen nach oben geschossen, so auch Apple in 2012, also jetzt der Abschuss, die Zahlen sind nur Beiwerk, Kurse machen Nachrichten.
    Dr. Volker Gallandi

  • Also das Wachstums bei den Iphones war mit 29 % so schwach wie noch nie (jeweils zum Vorjahresquartal).
    Früher immer um grob 100 %.
    Der Smartphonemarkt dürfte deutlich stärker angestiegen sein insgesamt wie die Iphoneabsatzzahlen.

  • Ein unfassbar unnötiger Kommentar.

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