iPhone 5 im Verkauf
Run auf Apples Gewinnmaschine gestartet

Apple schafft es mit seinem neuen iPhone, trotz hoher Produktionskosten, auf eine atemberaubende Gewinnmarge. Eines der Geheimnisse: Der Preis für das Smartphone bleibt auch Monate nach dem Verkaufsstart stabil.
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München, FrankfurtDie Zahlen haben es in sich: 849 Dollar verlangt Apple für das Topmodell des neuen iPhones 5. Werden die Produktionskosten von 238 Dollar abgezogen, bleibt eine Rohertragsmarge von 72 Prozent. Ein atemberaubender Wert. Der IT-Riese Hewlett-Packard etwa kommt nur auf 23 Prozent. Der Marktforscher Isuppli hat das neueste Smartphone-Modell von Apple unter die Lupe genommen. Ergebnis: Es ist in der Fertigung zwar das teuerste seit drei Jahren. Aber das iPhone bleibt eine Gewinnmaschine für Apple.

Akribisch hat Isuppli die Kostenblöcke aufgelistet. Das teuerste Bauteil ist das Display samt dem berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen). Apple nutzt für das neue Gerät erstmals die sogenannte In-Cell-Technologie. Dabei ist die Touch-Oberfläche in die Glasschicht eingebaut. Nur deshalb kann das neue iPhone dünner als seine Vorgänger sein. Das Modul kostet 44 Dollar, beim iPhone 4S waren es noch 37 Dollar.

Mit 37 Dollar schlägt zudem die neue Funkeinheit zu Buche. Das neue iPhone unterstützt erstmals den neuen und schnellen Mobilstandard LTE auch jenseits der US-Grenzen - allerdings nur im Frequenzband 1800 MHz, das in Deutschland ausschließlich von der Deutschen Telekom genutzt wird. Der Tablet-Rechner iPad konnte das noch nicht. Apple baut deshalb den entsprechenden Chip von Qualcomm ein.

Unter dem Strich ergeben sich beim teuersten Gerät mit einem Speicher von 65 Gigabyte Materialkosten von 230 Dollar. Hinzu kommt die Montage, die Isuppli mit acht Dollar veranschlagt. Beim billigsten Modell mit 16 Gigabyte sind es 199 Dollar für Material, der Zusammenbau kostet ebenfalls acht Dollar. Die Zahlen zeigen, dass Apple vor allem bei den Topmodellen beim Preis kräftig hinlangt. Diese Preisgestaltung sorgt immer wieder für Kritik, weil die Verkaufspreise der Topmodelle nicht durch entsprechend höhere Materialkosten zu rechtfertigen sind.

Doch Apple schweigt zu diesem Vorwurf. Auch zu den von Isuppli aufgeführten Kosten will das Unternehmen nichts sagen. Lediglich Apples Finanzchef Peter Oppenheimer hatte vor längerer Zeit die Zahlen der Marktforscher in einer Investorenkonferenz angezweifelt, ohne allerdings eigene zu nennen. Zudem umfasst die Kalkulation von Isuppli auch die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie das Marketing nicht.

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  • Erstens bedeutet 70% Rohertrag nicht 70% Gewinn und zweitens dürfte der Rohertrag bei vergleichbaren Telefonen wie z.B. Galaxy S3 nicht wesentlich geringer sein. Es kostet zwar "nur" ca. 500, dafür dürfte der Materialwert aber auch etwas geringer sein. Der Rest ist natürlich auch gutes Marketing. Aber was soll das bitteschön mit dumm zu tun haben? Es gibt offensichtlich Leute, die ihre Präferenzen auf ein solches Telefon ausgerichtet haben. Sie wollen kein günstigeres, kein anderes, nein genau dieses. Und Apple schafft es A.) diese Bedürfnisse zu wecken und B.) sie auch zu befriedigen. Deswegen sind diese Leute doch nicht dumm. Folgt man ihrer Analogie, wären alle Porschefahrer dumm, weil es Nissan gibt die genauso schnell fahren aber günstiger sind; Wären alle Champagner- oder Blue Labeltrinker doof, weil es Alkohol für einen Bruchteil gibt, von dem man genauso besoffen wird ...; So what? Es gibt einen Markt und es gibt jemanden, der ihn bedienen kann. Der einzige etwas Kleingeistige dürften also Sie sein, da Sie allen Anschein nach die Funktionsweise einer Marktwirtschaft noch nicht vollständig durchdrungen haben.

  • Man merkt, dass Sie keine Ahnung von Unternehmensführung haben.
    Aus dem Rohertrag sind zuerst mal die Forschung und Entwicklung, der Vertrieb, das Marketing, der Unterhalt und die Errichtung von Firmengebäuden (auch Apple Stores gibts nicht geschenkt), die Personalkosten (Gehalt, Krankenversicherung, Altersversorung, etc.), Kauf, Wartung und Betrieb der Rechenzentren und noch viele viele andere Dinge zu bezahlen.
    Deswegen heißt das auch ROHertrag.
    Wenn dann noch etwas übrig bleibt, dann wird das versteuert und erst ganz am Schluss steht der Gewinn.

  • Daran sieht man mal, wie Apple seine werten Kunden abzockt: 900 Dollar Preis, 300 Produktionskosten, 72% Rohertragsmarge (Angaben gerundet). Da stellt sich mir die Frage: WER KAUFT DEN VÖLLIG ÜBERTEUERTEN MIST? Bei aller Liebe, wie dumm muss man sein, um das zu kaufen?! Bei den Konkurenten wie Samsung bekommt man zumindest gleichewertige Qualität für besseres Geld.

    @PrivatTrader: So sollte man's machen! Sie haben völlig Recht!

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