iPhone in Europa
Apples Kurswechsel macht Telekomkonzerne froh

Das iPhone ist eine Goldgrube für Apple. Denn der Konzern verdiente bisher nicht nur am Verkauf, sondern auch an der Nutzung der Mobiltelefone. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Das Resultat: Die Geräte könnten billiger werden. Die Strategieänderung von Apple ist für die Deutsche Telekom eine gute Nachricht.

MAILAND/DÜSSELDORF. Denn als das iPhone Ende Juni 2007 eingeführt wurde, setzte Konzernchef Steve Jobs durch, dass Apple auch an den Umsätzen des iPhones beteiligt wird. Damit gelang es erstmals einem Handy-Hersteller, nicht nur vom Verkauf, sondern auch von der Nutzung der Mobiltelefone zu profitieren. Damit ist es nun vorbei: Das neue iPhone 3G ist nicht nur deutlich preiswerter, es darf auch vom Mobilfunkbetreiber subventioniert werden. Apple ist an den Umsätzen nicht mehr beteiligt. Die Telekom-Konzerne sind begeistert. „Wir begrüßen das neue Modell“, sagte ein Sprecher von T-Mobile in Bonn. Details der neuen Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Computerhersteller und der Mobilfunktochter der Deutschen Telekom wollte er nicht nennen.

Die Euphorie bei der Telekom ist derzeit groß. „Das iPhone markiert den Durchbruch für das mobile Internet in Deutschland und Österreich. Wir sind sicher, dass es unseren Kunden mit der erhöhten Geschwindigkeit des iPhone 3G nun noch mehr Spaß machen wird, unterwegs im Internet zu surfen“, sagte Telekom-Innovationsmanager Christopher Schläffer gestern. T-Mobile will das neue Multimediahandy am 11. Juli in die Läden bringen. Zu welchem Preis und mit welchen Konditionen das Mobiltelefon angeboten wird, ist noch offen. Nach Unternehmensangaben wird im Laufe des Juni eine Entscheidung über die Details der Markteinführung gefällt.

Die Deutsche Telekom ist in Europa einer der wichtigsten Vertriebspartner von Apple. T-Mobile wird das iPhone der zweiten Generation nicht nur in Deutschland exklusiv vertreiben, sondern ab 11. Juli auch in Österreich und in den Niederlanden. In der zweiten Jahreshälfte werden Kroatien, Ungarn, Polen, die Slowakei und die Tschechische Republik folgen.

Wie viele iPhones der ersten Generation T-Mobile bislang verkauft hat, ist offen. Der Verkauf blieb aber offenbar hinter den Erwartungen des Magenta-Konzerns zurück. Ende Januar meldete T-Mobile, dass über 100 000 Apple-Handys verkauft worden seien. Seitdem schweigt sich der Mobilfunker aus. T-Mobile verkauft das iPhone mit einem Zwei-Jahres-Vertrag und einer eingebauten Sperre, im Branchenjargon Sim-Lock genannt. Die Dunkelziffer der importierten iPhones, deren Sim-Lock geknackt wurde, ist hoch. „Wir registrieren in unseren Netzen rund 30 000 iPhone-Nutzer“, sagte gestern eine Sprecherin des Telekom-Konkurrenten Vodafone.

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