iPhone-Streit mit Apple

FBI-Chef beklagt emotionale Debatte

Das FBI ist auch nach dem Ende des Justizstreits mit Apple verärgert über den Ablauf - und die mangelnde Kooperation des Unternehmens. Laut dem FBI-Chef sei es zu einer unproduktiven emotionalen Debatte gekommen.
Verärgert: FBI-Chef James Comey. Quelle: AFP
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Verärgert: FBI-Chef James Comey.

(Foto: AFP)

WashingtonFBI-Direktor James Comey hat sich erleichtert über das Ende des Justizstreits um den Passwortschutz auf dem iPhone eines mutmaßlichen Attentäters gezeigt. Der Fall habe aus seiner Sicht zu einer unproduktiven emotionalen Debatte geführt, die mit jener um Waffenkontrolle in den USA vergleichbar sei, sagte Comey am Dienstag vor Jurastudenten der Katholischen Universität in Washington.

Zugleich verteidigte er den Gerichtsantrag der Bundespolizei FBI, dass Apple beim Knacken des Handys helfen solle, das der mutmaßliche Extremist Syed F. im Dezember bei einem Attentat mit 14 Toten im kalifornischen San Bernardino genutzt haben soll. Die Sache habe vor eine Richter gebracht werden müssen, weil vernünftige Ermittlungen nötig gewesen seien, sagte Comey.

Der lange Weg zur Ikone
1976
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Die Firmengründer Steve Jobs und Steve Wozniak bauen in einer Garage die ersten Apple-Computer. Die Geräte, die sie für 666,66 Dollar verkaufen, bestehen nur aus der Hauptplatine, ohne Gehäuse oder Tastatur. Mit Apple beginnt die Ära der Personal Computer, während meist noch Großrechner verwendet werden.

1977
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Mit dem Apple II bringt das Unternehmen einen fertigen PC im Plastikgehäuse und mit einer Farbgrafikkarte auf den Markt, der sich bis 1993 über zwei Millionen Mal verkaufte. 1980 geht Apple an die Börse.

1984
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Jobs, hier mit dem damaligen Apple-Präsidenten John Sculley (rechts), stellt den Macintosh-Computer vor, mit dem eine grafische Benutzeroberfläche und die Bedienung per Maus populär werden.

1985
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Jobs wird in einem Machtkampf aus dem Unternehmen gedrängt. Er gründet danach die Computer Firma Next und führt das Animations-Studio Pixar.

1991
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Apple bringt seinen ersten erfolgreichen Laptop auf den Markt, das PowerBook 100.

1993
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Der PDA Apple Newton wird vorgestellt, verkauft sich aber nur schlecht, weil viele der visionären Konzepte wie die Handschriftenerkennung in der Praxis nur mäßig funktionieren

1997
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Apple steht finanziell mit dem Rücken zur Wand und holt Jobs zurück. Mit dem Kauf von Next für über 400 Millionen Dollar wird das bei Next entwickelte Betriebssystem zur Grundlage des Mac-Systems OS X, dass heute noch eingesetzt wird.

Noch vor Prozessbeginn hatte das Justizministerium den Richter im März darüber unterrichtet, dass das FBI die Handy-Verschlüsselung selbst geknackt habe. Damit wurde das Verfahren hinfällig. Das FBI untersucht das iPhone, hat allerdings noch keine Auskunft darüber gegeben, ob auf dem Gerät verwertbare Informationen gefunden wurden. Unklar ist auch, ob die Sicherheitsbehörden Apple mitteilen, wie der Passwortschutz umgangen wurde.

Die allgemeine Debatte um das Ringen zwischen Privatsphäre und der nationalen Sicherheit werde sich mit Klagen und Justizstreitereien jedoch nicht klären lassen, sagte Comey. Nun würden die Diskussionen aber weitergehen, da es noch „eine Menge“ anderer Fälle um Handy-Verschlüsselung gebe. Erst vergangene Woche hatte das Justizministerium erklärt, Apple weiter zur Enthüllung von iPhone-Daten für Ermittlungen zu einem Drogenkriminalitätsfall in New York zu drängen.

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