IT-Beratung des Siemens-Konzerns sieht noch keine nachhaltige Erholung
SBS erwartet erneut ein schweres Jahr

Die IT-Beratung Siemens Business Services (SBS) rechnet weiterhin mit einem schwierigen Geschäft. Ob sich nach den jüngsten Einbrüchen der Umsatz jetzt wieder erholt, sei offen, hieß es bei SBS. „Eventuell“ könne der Rückgang des Siemens-internen Geschäftes mit einem Wachstum bei externen Kunden kompensiert werden, sagte SBS-Chef Paul Stodden in München. Im letzten Quartal sackte der Auftragseingang noch um 16 %, der Umsatz um 9 % ab.

cbu MÜNCHEN. Der Siemens-Geschäftsbereich gehört zu den Sorgenkindern des Münchener Hightech-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2002/03 (zum 30.9.) verfehlte die Sparte die von Konzernchef Heinrich von Pierer gesetzten Ertragsziele deutlich. SBS erwirtschaftet bei einem Umsatz von 5,2 Mrd. Euro einen Vorsteuergewinn von lediglich 13 Mill. Euro. Eigentlich soll SBS aber eine Gewinnspanne von 5 bis 6 % erreichen, üblich sind in der Branche sogar bis zu 8 %. Stodden meinte gestern, es sei nicht „aussichtslos“, dass die Ziele erreicht werden. Wann dies der Fall sein werde, ließ er aber offen.

Der SBS-Chef gab sich ohnehin betont zurückhaltend. Der Grund liegt auf der Hand: Am 1. Januar übernimmt Klaus Kleinfeld im Konzernvorstand die Führung des Geschäftsfelds „Information und Kommunikation“, zu dem neben SBS auch der Mobilfunk ICM und die Festnetzsparte ICN gehört. Alle drei Geschäftsbereiche sind in Schwierigkeiten. Es wird erwartet, dass der neue Manager Akzente setzt und auch die Struktur des Geschäftes nochmal auf den Prüfstand stellt. Ob es dabei auch SBS treffen wird, gilt als offen. Stodden betonte jedoch, es gebe keine Überlegungen, das Geschäft mit einem Partner in ein Gemeinschaftsunternehmen zu überführen.

Spekulationen über einen solchen Schritt waren immer wieder aufgekommen, weil SBS als zu klein gilt, um auf dem heiß umkämpften Weltmarkt zu überleben. Die Siemens-Sparte ist fast nur in Deutschland und Europa präsent, hier werden fast 90 % des Umsatzes gemacht. Jeder vierte Euro kommt ohnehin aus Siemens-internen Projekten. Der Mutterkonzern fährt die IT-Ausgaben allerdings zurück und beauftragt auch schon mal die kostengünstigere Konkurrenz.

In Deutschland ist SBS hinter T-Systems der Deutschen Telekom die Nummer Zwei. In Europa dominieren Konzerne wie IBM, EDS oder Cap Gemini. In Deutschland litt die Branche zuletzt besonders unter Rückgängen und Preisdruck.

Stodden betonte, in Zukunft wolle SBS verstärk auf Outsourcing- Projekte setzen. Allerdings sind hier die Erfahrung der Münchener nicht gerade gut. In Großbritannien kämpft Stodden derzeit mit großen Problemen bei einem 1,5 Mrd. Euro-Prestigeauftrag. Dabei übernimmt SBS für die staatliche Bank National Savings die gesamte IT-Abwicklung.

Zuletzt verhagelten überraschende Abschreibungen von gut 90 Mill. Euro die Ertragsrechnung. Stodden zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Projekt nun bald in die schwarzen Zahlen komme.

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