IT-Branche
Google ärgert Platzhirsch Microsoft

Frontalangriff auf Microsoft Windows: Google hat ein eigenes Computer-Betriebssystem angekündigt und wildert damit im Kerngeschäft des Windows-Riesen. Erste Geräte mit dem neuen „Google Chrome OS“ sollen im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Doch so schnell wird sich Microsoft nicht geschlagen geben.

rüd/HB NEW YORK. Der Internet-Konzern Google hat ein eigenes Computer-Betriebssystem angekündigt und greift damit das Kerngeschäft des Windows-Riesen Microsoft an. Erste Geräte mit dem neuen Betriebssystem Chrome OS sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 auf den Markt kommen, kündigte Google im offiziellen Firmenblog an. Es gehe um „Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit“, schreiben die Google-Manager Sundar Pichai und Linus Upson.

Internet-Anwender sollen demnach künftig nach dem Einschalten des Computers sofort auf ihre E-Mails zugreifen oder im Web surfen können, ohne erst minutenlang darauf zu warten, dass der Rechner vollständig hochgefahren ist. Um die Abwehr von Angriffen durch Computerviren oder anderen Attacken sollen sich die PC-Nutzer künftig auch nicht mehr kümmern müssen, wenn sie Chrome OS statt Windows verwenden.

Das Betriebssystem sei grundsätzlich für alle Geräte von Mini-Notebooks bis zu großen Desktop-Rechnern gedacht, schreiben die Google-Manager Sundar Pichai und Linus Upson. Zunächst solle es aber auf den auch Netbooks genannten Mini-Notebooks zum Einsatz kommen. „Google Chrome OS wird für Leute geschaffen, die den größten Teil ihrer Zeit im Internet verbringen“, heißt es im Google-Blog .

Mit Chrome OS verstärkt der Internet-Primus noch weiter den Druck auf den Rivalen Microsoft. Dessen Betriebssystem Windows ist seit langem das weltweit dominierende Computer-System mit einem Marktanteil von knapp 90 Prozent, auch wenn zuletzt unter anderem Apple mit seinem Mac OSX etwas zulegen konnte. „Google wirft eine Atombombe auf Microsoft – und die ist aus Chrom“, kommentiert das renommierte IT-Blog Techcrunch.

Analyst Yukihiko Shimada von der Tokyoter Bank Mitsubishi UFJ hält es für möglich, „dass das neue Betriebssystem das Paradigma brechen kann, das Microsoft und Intel in den vergangenen 20 Jahren geschaffen haben“. Der Experte spielt darauf an, dass sich die Windows-Software von Microsoft und die Mikroprozessoren von Intel seit den 80-er Jahren als Standard in der Computerbranche durchgesetzt haben. „Es gibt da eine Menge Möglichkeiten für Google“, so Shimada.

Der IT-Konzern macht Microsoft bereits in anderen Bereichen Konkurrenz, etwa mit kostenlosen Web-basierten Büro-Anwendungen, die die Office-Pakete von Microsoft angreifen. So passt auch die Einführung von Chrome OS in Googles Strategie, dass Software künftig nur noch über den Internet-Browser läuft, nicht mehr über den eigenen Desktop. Daneben kämpfen die beiden Konzerne auch im lukrativen Geschäft mit Online-Werbung um Marktanteile. Erst im Mai war Microsofts Suchmaschine Bing an den Start gegangen.

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