IT-Branche im Umbruch
HP steht offenbar vor heftigem Stellenabbau

Der IT-Konzern HP steht nach US-Medienberichten vor einem massiven Personalabbau. Rund acht bis zehn Prozent der Stellen sollen wegfallen. Und CEO Meg Whitman steht vor vielen offenen Baustellen.
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San FranciscoEin schwerer Schlag für die US-Technologieindustrie: Hewlett-Packard, der größte Arbeitgeber im kalifornischen San Jose, wird nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg bis zu 25.000 seiner rund 324.000 Arbeitsplätze abbauen. Das Wall Street Journal spricht von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen. Bloomberg beruft sich auf Informanten mit Kenntnis der Pläne. Hewlett-Packard wollte die Berichte nicht kommentieren.

Die Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal legt HP am 23. Mai vor. Spätestens dann wird mit der Verkündung der Maßnahmen gerechnet. Bereits bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal hatte CEO Meg Whitman angekündigt, dass sie eine „signifikante Kostenreduktion“ anstrebe.

Im Unternehmensbereich Enterprise Services alleine sollen bis zu 15.000 Stellen wegfallen, heißt es. Die Sparte verkauft technologische Dienstleistungen an Unternehmen und steht im scharfem Wettbewerb zu Firmen wie Oracle oder IBM, die Gewinne waren zuletzt stark unter Druck geraten.

Der ehemalige CEO Mark Hurd hatte den Bereich massiv ausgebaut, um stärker in den lukrativen IT-Dienstleistungsbereich zu expandieren, der Höhepunkt wurde 2008 mit der 13,9 Milliarden Dollar teuren Akquisition von Electronic Data Systems erreicht. Die Sparte konnte aber nie die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen.

Ein großer Teil des Stellenabbaus soll über Vorruhestandsregelungen abgewickelt werden, heißt es. HP befindet sich ohnehin in einer umfassenden Reorganisation - auch an der Unternehmensspitze. Nach mehreren spektakulären Wechseln in der Chefetage, zuletzt wurde der CEO und frühere SAP-Manager Leo Apotheker nach nur wenigen Monaten entlassen, steht nun die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman an der Spitze.

Zuletzt musste sie für das erste Quartal 2012 einräumen, dass die selbstgesetzten Ziel nicht erreicht werden konnten. Der Nettogewinn war um rund 44 Prozent eingebrochen. Für das abgelaufene zweite Quartal wird ein weiterer Rückgang beim Umsatz erwartet. HP selbst prognostiziert einen Gewinn pro Aktie nach GAAP zwischen 0,68 und 0,71 Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,05 Dollar.

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Die großen Baustellen bei HP - und Whitmans größtes Problem

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