IT-Branche
Innovationen im Wochenrhythmus

IT-Konzerne aus den USA demonstrieren mit ihren Vorstößen Stärke - und gewinnen in den Medien die Meinungshoheit. Mit milliardenschweren Übernahmen und neuen Produkten machen sie Schlagzeilen. Das Besondere: Die meisten Nachrichten sind positiv.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die Botschaften könnten in Zeiten der weltweiten Rezession unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite die amerikanische IT-Industrie, die mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein im Wochenrhythmus Neuheiten auf den Markt wirft und selbst in der Krise noch Milliardenübernahmen plant. Auf der anderen Seite die Rivalen aus Japan: Die Konzerne sind vor allem mit sich selbst beschäftigt, ein Chef nach dem andern muss gehen.

Die Nachrichten sprachen zuletzt eine deutliche Sprache. Erst steigt der kalifornische Netzwerkausrüster Cisco mit großem Medienrummel ins Servergeschäft ein und kauft kurz darauf für mehr als 500 Mio. Dollar einen Hersteller von Videokameras. Dann sickert durch, dass der amerikanische Traditionskonzern IBM für über sechs Mrd. Dollar den Konkurrenten Sun aus dem Silicon Valley übernehmen will.

Eine weitere Positiv-Nachricht: Anfang der Woche hat Chip-Weltmarktführer Intel weltweit seine neuen stromsparenden Prozessoren für Großrechner vorgestellt. Die Halbleiter mit dem Codenamen Nehalem sollen den Server-Absatz weltweit ankurbeln, weil die Kunden damit massiv ihre Betriebskosten senken können. Computerbauer wie Dell oder Hewlett-Packard stehen in den Startlöchern, um die neuen Chips einzubauen.

Die amerikanische Informationstechnik-Branche sorgt momentan für viele Schlagzeilen. Das Besondere daran: Die Nachrichten sind hausgemacht und die meisten sind durchaus positiv. Denn obwohl die wirtschaftliche Lage in ihrer Heimat katastrophal ist, drehen die Branchengrößen in ihrer Kommunikation voll auf, lancieren ein Produkt nach dem anderen - und demonstrieren damit in einer schwierigen Zeit Stärke. "Das ist simple Psychologie", sagt der selbstständige PR-Berater Timothy Göbel. Der Unternehmer hat jahrelang große Konzerne wie Dell, Intel oder Hewlett-Packard (HP) unterstützt. Göbel ist sich sicher: "Die Amerikaner sind gut beraten, sich nicht einzuigeln."

Während die amerikanische Autoindustrie um Hilfsmilliarden in Washington betteln muss, jetten die IT-Manager aus den Staaten rund um den Globus und geben sich als verlässliche, vor allem aber als innovative Partner. "Die Kunden schauen sich nach stabilen Lieferanten um", sagt Padmasree Warrior, Technikchefin von Cisco.

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