IT-Dienstleister
Fusion von Fiducia IT und GAD geplatzt

Die Karlsruher Fiducia IT und die GAD aus Münster werden nicht fusionieren. Ein Treffen am Mittwoch blieb ergebnislos, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen.
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FrankfurtDie beiden IT-Dienstleister der deutschen Genossenschaftsbanken kommen Kreisen zufolge einmal mehr nicht zusammen. Ein Treffen, das den Zusammenschluss der Karlsruher Fiducia IT und der GAD aus Münster zu Deutschlands viertgrößtem IT-Dienstleister noch retten sollte, blieb am Mittwoch ohne Ergebnis, sagten zwei mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Nun sollten beide Firmen zunächst auf operativer Ebene weiterarbeiten. In die auf den letzten Metern ins Stocken geratenen Verhandlungen hatte sich auch der Präsident des Genossenschaftsbankenverbandes BVR, Uwe Fröhlich, eingeschaltet - vergeblich. GAD und Fiducia waren für Stellungnahmen nicht zu erreichen, der BVR wollte sich nicht äußern.

Maßgeblicher Streitpunkt war bis zuletzt die Bewertung der beiden Unternehmen. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von PwC hatte ein Wertverhältnis von 55 zu 45 zugunsten von Fiducia IT errechnet, bei einem Gesamtwert von mehr als 800 Millionen Euro.

Fiducia hatte auf einen größeren Anteil an der geplanten Unigeno AG gehofft, die maßgeblich mit dem Fiducia-IT-System arbeiten sollte. Fiducia hatte für das abgelaufene Jahr einen Umsatz im Konzern von 708 Millionen Euro gemeldet, GAD 699 Millionen Euro. Die Hauptversammlungs-Beschlüsse, die für die Fusion nötig gewesen wären, waren wegen der Hängepartie bereits verschoben worden.

Zu der Fusion hatte es seit rund sechs Jahren mehrere gescheiterte Anläufe gegeben - doch so weit waren die Partner noch nie gewesen. Mit dem Zusammenschluss sollen von 2018 an 125 Millionen Euro im Jahr eingespart werden. 800 Stellen - rund 20 Prozent - standen zur Disposition.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " IT-Dienstleister: Fusion von Fiducia IT und GAD geplatzt"

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  • Das peinlichste Figur bei diesem "Fusionsgezerre" war und ist Herr Fröhlich:
    Schon seit Jahren behauptet Herr Fröhlich, die Fusion würde von den Mehrheit der Eigentümer gewünscht, was ganz eindeutig nicht stimmt, zumindest nicht um jeden Preis. Dann spielt er sich zum großen potentiellen Retter der Fusion auf (an sich schon ein unglaublicher Vorgang)und glänzt in seinen Vermittlungsversuchen nur durch das Ignorieren aller Fakten. Dieser Mann ist für den Verband einfach nicht mehr tragbar. Das ganze Gezerre um die Fusion hat im Grunde nur eines gebracht: Die Verschwendung von Ressourcen, die in beiden Häusern dringend gebraucht werden.

  • Schon mal gegengerechnet, was es kostet (an Zeit, Geld, Personal, Ausfallzeiten, ....), wenn ein paar hundert Banken auf ein komplett neues System umsatteln?
    Und was bekommt man dafür? Im Idealfall (wenn man all diese Kosten und Schwierigkeiten wegignoriert) im Jahr ein paar tausend Euro Einsparungen.... beginnend in ein paar Jahren.
    Da könnte man mehr einsparen, wenn man kleinere Modelle für die Dienstwagen nimmt...

    Die "Vogelperspektive" lässt immer alles einfach, weil man sich ausreichend blind für die Komplexität stellt. Und hinterher geht das Heulen und Zähneklappern los.
    Wen die Eigentümer jetzt (nach gründlichem Hinsehen) den Eigentümern die Nachteile die Vorteile überwiegen, ist daran nichts auszusetzen und jeder, der das kritisiert, sollte gründlich überlegen, ob er wirklich so viel besser informiert ist.

  • Fiducia und GAD mit Apple und Mircosoft zu vergleichen finde ich - höflich ausgedrückt - ein wenig gewagt ...

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