IT-Dienstleister
GAD und Fiducia loten erneut Fusion aus

GAD und Fiducia IT nehmen einen neuen Anlauf. Die beiden Rechenzentralen wollen erneut über eine Fusion beraten, hieß es in Finanzkreisen. Der letzte Versuch war im vergangenen Sommer gescheitert.
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DüsseldorfBei den beiden genossenschaftlichen Rechenzentralen GAD und Fiducia IT bahnen sich erneut Fusionsgespräche an. Der Vorstand der GAD solle mit der Führung der Fiducia IT die Rahmenbedingungen für Fusionsgespräche ausloten, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.

Diesen Auftrag habe der GAD-Aufsichtsrat dem Vorstand vor wenigen Tagen erteilt. Für den 28. November sei eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung der GAD anberaumt, auf der über die Ergebnisse beraten werden solle. Danach könne es auch formal neue Fusionsgespräche geben. GAD und Fiducia wollten sich zu dem Thema nicht äußern.

Fusionsanläufe der beiden Rechenzentralen hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Der jüngste Versuch war im Sommer 2012 gescheitert.

Viele Genossenschaftsbanken drängen aber auf eine Zusammenlegung der IT-Dienstleister, da sie sich davon Einsparungen in Höhe von 125 Millionen Euro im Jahr erhoffen. Auslöser für den aktuellen Fusionsanlauf ist der geplante Wechsel von fünf GAD-Banken zur Fiducia.

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  • Es gibt übrigens auch einige Banken im Geschäftsgebiet der Fiducia, die zur GAD wechseln wollten und wollen ...
    Ich ergänze das, weil ich in den ganzen Kommentaren nur lese "n Banken wollen aus eigenem Antrieb zur Fiducia wechseln" ...
    Das sieht etwas einseitiger aus, als es tatsächlich der Fall ist.

  • Bleiben wir doch mal bei den Fakten.
    Fusionsversuch 1: Die Vorstände haben zugestimmt, der GAD-Aufsichtsrat auch. Im Fiducia-Aufsichtsrat wird dagegen gestimmt. Ausschlaggebend ist das Abstimmverhalten der Mitarbeiter, die dagegenstimmen. Später stellt sich heraus, dass deren Abstimmverhalten durch ein Mitglied der Frankfurter Volksbank "erhandelt" worden ist gegen die Zusage, bei einer späteren Fusion keinen Arbeitsplatz von fiducia-Mitarbeitern zu verlieren.
    Fusionsversuch 2: Die Vorstände haben zugestimmt, der Aufsichtsrat der GAD auch. Der Aufsichtsrat der Fiducia stimmt ebenfalls zu, verpflichtet aber seinen Vorstand dazu, bereits verhandelte Punkte umzuverhandeln.
    Fusionsversuch 3: Die Verfahren werden verglichen und es stellt sich heraus, dass über 150 Projekte in agree nachgerüstet werden müssen, damit man annähernd soviel kann wie bank21. Die Fusion scheitert, weil der Unternehmenswert der fiducia niedriger ist als gedacht. Mit ausschlaggebend dafür ist, dass die GAD wesentlich viel schneller und besser entwickelt.

    Darüber hinaus hat die GAD ein Zentralbankverfahren, ein Hypothekenbankverfahren und weitere fachliche Erweiterungen, die ohne Weiteres nicht in agree abbildbar sind (z.B. erweiterte Mandantenfähigkeit). Nicht zu vergessen die apo-bankanwendungsteile.

    Machen wir uns nichts vor, es herrscht Krieg. Und er wird in Karlsruhe betrieben und in Berlin. Es gibt kein Interesse an Sachentscheidungen. Denn der schnellstmögliche Weg, zu einem topmodernen Bankverfahren zu kommen mag durchaus sein, die Südbanken auf bank21 mit wave zu migrieren. Aber das mag in Karlsruhe niemand hören, geschweige denn zu untersuchen. Vermutlich ist er sogar der günstigste.

    Die Rechnung zahlen die Volksbanken. Sie verlieren Verfahren, Marktkunden und Entwicklungsvorsprung. Entwicklungsvorsprung? Ja, auf der JBFone, Hausmesse der fiducia, war zu sehen, dass man sich nahezu ausnahmslos damit beschäftigt, auf die GAD-Entwicklung aufzuholen. Auch auf wave. Dauer: 3-5 Jahre.

  • Bei diesen Politikspielen verlieren einmal mehr die Primärbanken.
    Unabhängig davon, welches System sich am Ende durchsetzen wird!
    Jede weitere Investition stellt für uns eine Entscheidung unter absoluter Unsicherheit dar, deren Konsequenz noch gar nicht absehbar ist.
    Fakt ist, eine Fusion bedeutet für uns Primärbanken einmal mehr Stillstand in Sachen IT und Prozesse.
    So muss man sich bei Lesen solcher Artikel durchaus die berechtigte Frage stellen, ob Investitionen in die Dezentralisierung, Stichwort „Wave“ nach akt. Gesichtspunkten noch durchgeführt oder doch „abwartend“ zurück gestellt werden sollen.
    Stichwort „sunk costs“.
    Neben den Kosten verlieren wir definitiv Zeit und den Anschluss an andere Bankengruppen. Einen Luxus, den sich angesichts des akt. und erwarteten Zinsniveaus sich nur noch wenige Banken leisten können und wollen!
    Die Zeit für eine Fusion ist gekommen, dabei ist den anderen Kommentatoren durchaus zuzustimmen. Die Portfolios und Möglichkeiten der beiden Systeme sind gemäß einem Best Practice Ansatzes zu bewerten und in ein System zu vereinen.
    So trivial sich diese Forderung anhört, so hat die Vergangenheit doch mehrfach gezeigt, dass sich beide Seiten mit der Umsetzung eher schwer tun.
    Daher soll es mit Recht sein, dass dieser „Wettbewerb“ nun mehr die Lösung des Problems darstellt. Dieses konstatierte bereits Schumpeter als schöpferische Zerstörung in seinem Werk „Theorie der wirtschaftl. Entwicklung“.
    Vor 2 Jahren hatte die GAD uns versucht zu überzeugen, unsere eingesetzte Vertriebssteuerungssoftware zu bank21 zu migrieren. In Anbetracht der jetzigen Situation stellt sich das damalige „Nein“ als wahrer Glücksfall raus, denn die Lauffähigkeit dieser Software ist sowohl im GAD als auch im Fiduica Umfeld gegeben.
    Bis es zu einer vernünftigen Lösung zwischen den Rechenzentren und zu einer vernünftigen Lösung beim Corebank-System kommt, sind wir zumindest ordentlich aufgestellt.
    Hoffen wir, dass in diesem Anlauf diesmal die Vernunft siegt!

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