IT-Dienstleister
IT-Service sucht neue Erlösquellen

Die Luft wird dünner für die IT-Dienstleister aus den Industriestaaten, der Preisdruck durch Wirtschaftsflaute und Konkurrenz aus Niedriglohnländern nimmt zu. Immer mehr Dienstleistungen werden von der Stange verkauft und sind so einfach für die Kunden zu vergleichen. Den Anbietern fällt es schwer, sich zu differenzieren.

MÜNCHEN. Die Kunden verlangen angesichts der Wirtschaftsflaute immer öfter Preisnachlässe und die indische Konkurrenz gewinnt Aufträge über ihre niedrigen Kosten: Für IT-Dienstleister aus den Industriestaaten wird die Luft zunehmend dünner. Die Unternehmen suchen deshalb händeringend nach neuen Einnahmequellen. Dabei gehen die Anbieter verschiedene Wege: Einerseits nutzen sie selbst immer stärker die günstigen Löhne in Schwellenländern, andererseits setzen sie auf lukrative Beratungsaufträge.

"Die Branche ist seit jeher vom Preis getrieben", sagt Walter Kirchmann, Chef des Münchener IT-Dienstleisters Finanz Informatik Technologie Service (FITS). Doch in letzter Zeit würden die Einkaufsabteilungen angesichts der Krise immer aggressiver verhandeln. Dazu kommt: Viele Angebote der IT-Service-Anbieter kommen inzwischen von der Stange, lassen sich vom Preis her von den Kunden also einfach vergleichen. "Für die Firmen wird es immer schwerer, sich zu differenzieren, weil die Produkte und Leistungen austauschbarer werden", sagt Tobias Ortwein vom IT Pierre Audoin Consultants. -Beratungshaus

Die Experten des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Gartner gehen davon aus, dass Unternehmen dieses Jahr weltweit knapp zwei Prozent weniger für IT-Dienstleistungen ausgeben als 2008. Das ist zwar moderat im Vergleich zu anderen Branchen, für die erfolgsverwöhnten Anbieter aber ein herber Rückschlag. FITS-Chef Kirchmann will deshalb mehr anbieten, als im Auftrag von Kunden Rechenzentren zu betreiben oder Computer zu warten: "Ziel ist, immer öfter auch Planung und Strategieaufgaben in der IT von den Kunden zu übernehmen."

"In der Vergangenheit ging es um den Produkt- und Teilevertrieb", erläutert Stephan Schusser von der Unternehmensberatung Keylens. Jetzt sei hingegen Beratung gefragt, so der Manager, der FITS in den vergangenen Monaten unter die Arme gegriffen hat. Die Schwierigkeit dabei: "Viele IT-Dienstleiter können den Mehrwert ihrer Produkte nicht in geschäftlichem Nutzen quantifizieren", so Michael Römer von der IT-Beratung A.T. Kearney.

Kleinere Anbieter wie FITS haben noch ein weiteres Problem: Sie stehen mächtigen internationalen Konzernen gegenüber. Der amerikanische IT-Riese IBM etwa hat das Geschäft mit IT-Service in den vergangenen Jahren kräftig ausgebaut. Um mit den Preisen der indischen Konkurrenz mithalten zu können, haben die Amerikaner auf dem Subkontinent große Filialen aufgebaut. Von dort aus bedienen sie zu günstigen Preisen westliche Kunden. Beispiel Outtasking: Dabei geben Firmen einzelne Aufgaben ihrer IT nach außen, etwa den Test neuer Anwendungen. IBM forciert dieses Geschäft derzeit und baut dazu regelrechte Fabriken in Indien auf. "Die Firmen haben momentan ein Interesse, sehr schnell Geld zu sparen", sagt IBM-Manager Roland Werner. "Mit Outtasking geht das schon nach einem Know-how-Transfer von drei bis sechs Monaten."

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