IT-Dienstleister
Siemens hält an SBS fest

Monatelang hat der Siemens-Konzern nach einem Käufer für seinen verlustreichen IT-Dienstleister SBS gesucht. Interessenten waren da, doch verlangten sie einen so hohen Abstand von Siemens, dass sich der Konzern entschlossen hat, die Sanierung selbst durchzuziehen. Hinzu kommt, dass es bei SBS gar nicht so schlecht aussieht wie immer gedacht.

hof/HB MÜNCHEN. In Unternehmenskreisen heißt es, Vorrang vor einem Verkauf habe derzeit die Sanierung der angeschlagenen Sparte. Aus dem Umfeld von Siemens verlautete, dass der Konzern mit verschiedenen Parteien über einen Verkauf von SBS gesprochen habe. Zuletzt seien intensive Verhandlungen mit dem französischen IT-Dienstleister Atos Origin gelaufen, die nun gescheitert seien. Strittig sei die Summe gewesen, die Siemens bei SBS habe zuschießen sollen. Während die Bieter eine Summe von über 1 Mrd. Euro verlangten, sei Siemens nur zu einer geringeren Zahlung bereit, hieß es. Für den geforderten Betrag könne Siemens den Bereich selbst sanieren.

Der IT-Dienstleister SBS schreibt seit langem tief rote Zahlen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs musste die Sparte einen Verlust von 522 Mill. Euro hinnehmen. Dies ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Dennoch glaubt Siemens-Chef Klaus Kleinfeld offenbar an eine erfolgreiche Sanierung durch Bereichschef Christoph Kollatz.

Die Gerüchte um die Zukunft von SBS erhalten regelmäßig neue Nahrung, weil Siemens allen Sparten einen Zeitplan vorgegeben hat, den sie strikt einzuhalten haben: Bis Frühjahr 2007 müssen sie eine Marge einfahren, die sich an den besten Wettbewerbern ihrer Branche orientiert. SBS ist davon derzeit allerdings meilenweit entfernt. Deshalb wird spekuliert, Kleinfeld könne sich von dem Geschäft genauso trennen wie er dies vergangenes Jahr mit den Handys gemacht hat. Mit dem Geschäft hat Siemens Milliarden verloren, ehe es Kleinfeld entnervt an BenQ aus Taiwan weiter reichte.

So schlecht sieht es gar nicht aus

Insider bei Siemens halten es durchaus für möglich, dass SBS in die Nähe der Margenziele kommt. Denn derzeit wird das SBS-Ergebnis stark von Kosten für den Umbau der Sparte belastet. Bis zum April 2007 will Siemens die Kosten um 1,5 Mrd. Euro drücken und von den 39 000 Arbeitsplätzen weltweit rund 5 400 Stellen streichen. Fallen diese Ausgaben erst einmal weg, würde SBS viel besser dastehen, heißt es in dem Unternehmen. SBS hat schon im Frühjahr den Wartungsbereich PRS an Fujitsu Siemens Computers abgegeben.

Die IT-Sparte ist nach der Trennung von der Kommunikationssparte Com die letzte große Baustelle bei Siemens. Große Teile von Com bringt Siemens in ein Joint-Venture mit Nokia ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%