Das Projektgeschäft, also etwa die Einführung von SAP-Software, ist konjunkturabhängig, dagegen liefert Outsourcing langfristig planbare Umsätze. „Als Dienstleister ist es immer gut, beides zu haben“, sagt Chalons. Derzeit zeige das Projektgeschäft wieder ein Wachstum von etwa fünf Prozent. „Aber auch im Outsourcing wird die Nachfrage wieder steigen“, sagte Chalons und verwies auf Aufträge wie die geplante Auslagerung von Desktop- und Netzwerkdiensten beim Versicherungsriesen Allianz oder das lang erwartete IT-Projekt „Herkules“ der Bundeswehr.
Dennoch bleibt die Situation schwierig. So fehlen vielen Dienstleistern nach wie vor große Outsourcing-Aufträge. Und Experten zweifeln auch daran, dass sich diese Situation wesentlich ändert. „Ich glaube zwar, dass es wieder mehr große Outsourcing-Deals geben wird, aber der Trend geht natürlich schon in Richtung selektives Outsourcing, also das Zerteilen eines großen Projektes in kleinere Scheiben“, sagt Chalons.
Hinzu kommt, dass viele Firmen ihre in der Regel auf fünf Jahre angelegten Outsourcing-Verträge neu verhandeln. So geht der Marktbeoachter TPI davon aus, dass noch in diesem und im kommenden Jahr weltweit 325 Aufträge auslaufen beziehungsweise neu verhandelt werden müssen. Dabei wird der Ton härter, wollen die Firmen doch ihre Kosten weiter senken. Das geht zu Lasten der Marge.
Kreutter von der WHU Vallendar fällt beim Blick auf die Dienstleister deshalb die Stahlbranche ein. „Man kann angesichts der Überkapazitäten durchaus die These formulieren: Die IT-Service-Branche ist die Stahlbranche des 21. Jahrhunderts“.

