Gerade deshalb sind in den Augen von Ovum-Analystin Grimme neue Ansätze und Geschäftsmodelle dringender denn je: „Der Outsourcingmarkt wird zwar weiter wachsen, es ist in Deutschland auch noch kein reifer Markt. Aber er wird in einer anderen Form wachsen müssen, weil die Deals kleiner werden.“
Eine erste Stufe einer engeren Kooperation zwischen den Outsourcing-Firmen könnte die Weitergabe bestimmter Routineaufgaben an andere Dienstleister sein. „Unsere Branche wird eine ähnliche Entwicklung erleben, wie andere Industrien. Die Fertigungstiefe wird sich reduzieren“, glaubt Baumann von CSC. Gleichzeitig werden immer mehr der Routineaufgaben automatisiert. „Firmen wie IBM oder Hewlett-Packard arbeiten mit Hochdruck daran, durch Software-Tools Dinge wie das Prozess-, Applikations- und Systemmanagement immer weiter zu industrialisieren, also zu automatisieren“, sagt Otto.
Doch am Ende müssen die Dienstleister ihr Image als reine Kostenspar-Experten loswerden. „Sowohl auf Kunden- als auch auf Anbieterseite muss Outsourcing künftig stärker als strategische und langfristige Innovationspartnerschaft verstanden werden. Diese Entwicklung muss stärker von den Anbietern angetrieben werden“, schreibt Grimme IT-Spezialisten ins Stammbuch.
Nach Ansicht von CSC-Manager Baumann müssen dazu allerdings noch einige dicke Bretter gebohrt werden. „So lange es in den Unternehmen das Thema Altlasten gibt, werden die Kosten im Vordergrund stehen.“ Auch Kreutter von der WHU bleibt zurückhaltend. Schließlich werde die Zahl der Anbieter, die in der Lage sind, eine solche Partnerschaft tatsächlich umzusetzen, wegen der anhaltenden Konsolidierung immer kleiner.
„Und dann stehen die potenziellen Kunden sehr schnell vor der Frage: Kann ich mir eine solche strategische Partnerschaft mit dem Dienstleister XY überhaupt erlauben, wenn dieser vielleicht bereits gleichzeitig mit meinem engen Wettbewerber zusammenarbeitet“, beschreibt Kreutter das Dilemma.

