IT-Dienstleister
Versandgeschäft bei Bechtle schrumpft

Die Wirtschaftskrise hat das Versandgeschäft des IT-Dienstleisters Bechtle zu Jahresbeginn schrumpfen lassen. Dagegen blieb das zweite Standbein Systemhäuser, das Services rund um den Computer anbietet, weitgehend unberührt.

HB NECKARSULM. Zwar sei bei den Kunden aus der Industrie eine wachsende Zurückhaltung zu spüren gewesen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Neckarsulm mit. Die gestiegene Nachfrage öffentlicher Auftraggeber habe sich aber stabilisierend ausgewirkt. Insgesamt fiel der Umsatz binnen eines Jahres um 5 Prozent auf 319 Mio. Euro, der Überschuss halbierte sich auf 4,3 Mio. Euro.

Die Geschäftssituation werde auch in den kommenden Monaten schwierig bleiben, ließ der Vorstand wissen. Eine genaue Prognose gab er indes weiterhin nicht ab. „Wir setzen unter diesen schwierigen äußeren Bedingungen unsere zu Jahresbeginn eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnissicherung fort“, sagte Unternehmenschef Thomas Olemotz. „Wir gehen dabei sehr differenziert und auf die einzelnen Standorte und Geschäftsbereiche abgestimmt vor.“ Zu Handelsbeginn legte die Bechtle-Aktie um 0,88 Prozent auf 11,40 Euro zu.

Bechtle war dem Rückgang des Geschäfts zunächst mit Kurzarbeit an zwei süddeutschen Standorten begegnet. Die hier sitzenden Kunden aus der Autoindustrie hatten ihre Aufträge angesichts der Absatzflaute stark zurückgefahren. Bei einer Verschlimmerung der Lage wollte Olemotz aber auch einen Stellenabbau nicht ausschließen. Im vergangenen Rekordjahr hatte Bechtle die Zahl der Mitarbeiter noch von 4 250 auf 4 405 gesteigert und stellte auch von Januar bis März weitere 39 Leute ein. „Der Abschwung war in dieser Größenordnung nicht vorhersehbar“, sagte Olemotz, „zumal Bechtle noch im Dezember einen weiteren Rekordmonat verbuchen konnte.“

Das Unternehmen betreibt in allen wichtigen Märkten Europas einen Versandhandel für Computer und Zubehör. Hier sank der Umsatz um fast 14 Prozent auf 112 Mio. Euro, das Spartenergebnis fiel um die Hälfte auf 3 Millionen Euro. Die 56 Systemhäuser in Deutschland, der Schweiz und seit neuestem auch in Österreich hielten den Umsatz nahezu stabil bei 207 Mio. Euro, allerdings halbierte sich durch den Ausbau des Geschäfts im vergangenen Jahr und die nun geringere Auslastung auch hier das Ergebnis auf knapp 2,8 Mio. Euro.

Dank eines komfortablen Finanzpolsters sieht Bechtle aber keine Probleme, die Durststrecke gut zu überstehen. Die Eigenkapitalquote stieg Ende März auf knapp 66 Prozent, die Kasse ist mit 84 Mio. Euro gefüllt, darüber hinaus stehen freie Kreditlinien von 41 Mio. Euro zur Verfügung. Angesichts dessen hält Bechtle auch an seiner Strategie fest, über Zukäufe insbesondere im Systemhaus-Geschäft weiter zu wachsen.

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