IT-Industrie
Software AG steht nicht zum Verkauf

Durch die IT-Industrie rollt derzeit eine Übernahmewelle. Die Software-AG will jedoch weiter unabhängig bleiben, der Chef der Stiftung Peter Schnell will an der Sperrminorität festhalten. Bislang hat sich die SAG in der Krise gut geschlagen, das Unternehmen erwartet ein moderates Umsatzwachstum.

DARMSTADT. Die Darmstädter Software AG (SAG), der zweitgrößte Software-Anbieter Deutschlands, soll ungeachtet der derzeitigen Konsolidierungswelle unabhängig bleiben. "Wir haben nicht die geringste Absicht, unseren Anteil von 30 Prozent an der Software AG zu ändern", sagte der Vorstandsvorsitzende der Software AG Stiftung, Peter Schnell, dem Handelsblatt.

Am Wochenende hatte ein Medienbericht über angebliche Übernahmepläne der SAP Spekulationen angeheizt, der größte deutsche Software-Konzern wolle die SAG kaufen. Die SAP-Spitze hatte zuletzt immer wieder darauf hingewiesen, dass Zukäufe Teil der Strategie seien. SAP hat derzeit mehr als zwei Mrd. Euro an Barmitteln in der Kasse. Allerdings, so ist aus Unternehmenskreisen zu hören, gibt es derzeit keine brandheißen Gespräche.

Für die hinter der SAG stehende Stiftung, die zahlreiche soziale Projekte fördert, ist ein Verkauf keine Option. "Wir sehen das als eine strategische Investition an und tasten diese daher auch nicht an", sagte Schnell. Im Gegensatz zu anderen Stiftungen besitzt die der Software AG auch die Stimmrechte der Aktien und damit die Sperrminorität.

Die SAG hat sich bislang in der Krise gut geschlagen. So hat das Management für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum von vier bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Die Marge bezogen auf das Betriebsergebnis (Ebit) soll 24,5 bis 25,5 Prozent betragen. Bislang ist das Management bei dieser Prognose geblieben. "Wir sind vorsichtiger, weil die Gesamtsituation es erfordert. Wir hoffen, dass wir ein positives Jahr haben werden, auch wenn wir nicht die Wachstumsraten der Vorjahre sehen werden", sagte SAG-Vorstandschef Karl-Heinz Streibich. Im Vergleich zum Wettbewerb werde man sich aber besser schlagen.

Durch die IT-Industrie rollt derzeit eine Übernahmewelle. Zuletzt hatte der SAP-Rivale Oracle den Server- und Software-Hersteller Sun übernommen. Damit stärkt sich Oracle auch im Bereich der so genannten Middleware, Software, die dabei hilft, die aus vielen Einzelteilen bestehende IT-Landschaft in Unternehmen zu integrieren. Das ist genau der Bereich, in dem die Software AG stark ist.

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