IT-Industrie
Weihnachtsflaute schickt Ebay auf Talfahrt

Das neue Jahr fängt so schlecht an, wie das alte aufgehört hat: Der Internet-Konzern Ebay rechnet mit einem schwierigen Umfeld und sinkenden Umsätzen. Für das erste Quartal 2009 erwartet Ebay-Chef John Donahoe nur noch einen Umsatz von 1,8 bis zwei Mrd. Dollar – ein deutlicher Rückgang zum Vorjahresquartal, in dem das Web-Auktionshaus noch fast 2,2 Mrd. erlöst hatte. Beim Gewinn sind die Aussichten ähnlich düster.

DÜSSELDORF. Für das erste Quartal 2009 erwartet Ebay-Chef John Donahoe nur noch einen Umsatz von 1,8 bis zwei : Pro Aktie werde er mit voraussichtlich 0,21 bis 0,23 Dollar rund ein Drittel unter dem Wert von 2008 liegen, sagte Donahoe bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal. Für das Gesamtjahr 2009 wagte der Konzernchef derzeit keine Prognose.

Im Gesamtjahr 2008 konnte Ebay seinen Nettogewinn auf 1,78 Mrd. Dollar mehr als verfünffachen – allerdings nur aufgrund von Sondereffekten. Denn das Geschäft des weltgrößten Internet-Auktionshauses lief im wichtigen Weihnachtsquartal denkbar schlecht, die Umsätze sanken um sieben Prozent. Besonders drei Faktoren machen Ebay zu schaffen: die Wirtschaftskrise, die Dollarschwäche – rund 55 Prozent der Handelsumsätze kommen von außerhalb der USA – und Probleme im Kerngeschäft, den Online-Auktionen.

Dort brachen die Einnahmen mit minus 16 Prozent auf knapp 1,3 Mrd. Dollar regelrecht ein. Fortschritte im Geschäft mit Kleinanzeigen, dem Bezahldienst Paypal und bei der Web-Telefongesellschaft Skype sorgten zwar teilweise für einen Ausgleich bei Umsatz und Ertrag. Aber das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sagte Bernstein-Analyst Jeffrey Lindsay. Die Entwicklung bei Skype mit einem Umsatzplus von 26 Prozent etwa sei zwar optisch sehr gut. Allerdings sei das Geschäft margenschwach und der Umsatz mache im Endeffekt nur sieben Prozent des Konzernvolumens aus.

Der Ebay-Gewinn im vierten Quartal lag mit 0,41 Dollar pro Aktie über den Erwartungen der Analysten. Auch hier gebe es aber Schattenseiten, so Lindsay: Vor allem ein massiver Personalabbau habe die Kostenrechnung um 115 Mio. Dollar entlastet und ermöglicht, dass Ebay seine Versprechungen noch einmal halten konnte. Das Kerngeschäft, der Handel, sei aber nicht vorangekommen. Ein Qualitätsprogramm mit neuen Auktionsregeln, die die Kunden bevorzugen, hat sogar viele Händler verärgert. Profiverkäufer klagen vor allem über das System zur Bewertung der Händler, das diese nicht vor ungerechtfertigter Kritik schütze.

Zudem konkurriert Ebay immer stärker mit dem deutlich erfolgreicheren Internet-Kaufhaus Amazon, der am 29. Januar seine Zahlen vorlegen wird: Online-Auktionen, die Keimzelle des Unternehmens, machen inzwischen nur noch die Hälfte des Geschäfts aus, der Rest kommt aus Festpreisverkäufen. „Ebay wird immer mehr zu einem ganz normalen Online-Händler“, sagte Lindsay. Auch die Börse sieht die Perspektiven des Konzerns skeptisch: Der Aktienkurs verlor gestern zum Börsenstart mehr als 12 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte er bereits fast 60 Prozent seines Wertes eingebüßt und notiert inzwischen bei unter 12 Dollar.

und Analyst Lindsay rät Investoren erst einmal zum Abwarten. Er hat sein Kursziel für eBay jetzt auf 14 Dollar reduziert. Am Donnerstag lag das Papier schon knapp bei 13 Dollar.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik
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