IT-Industrie
Wetterfestes Wachstum

Es muss Beobachtern der Informationstechnologie wie ein Déjà vu erscheinen. Trotz der Krise in der amerikanischen Wirtschaft und den ersten sichtbaren Folgen in anderen Ländern geben sich die IT-Manager zuversichtlich und pochen auf die Krisenfestigkeit ihrer Industrie. Gleiches hatten sie auch 2001 behauptet als die Internetblase platzte. Droht nun eine Wiederholung?

FRANKFURT. Glaubt man den führenden Marktforschungs-Häusern, ist das diese Mal nicht zu befürchten. Zwar lassen sich ihrer Meinung nach die Folgen der Finanzkrise auch in der IT-Industrie nicht gänzlich ausblenden. Und in der Tat berichteten jüngst Firmen wie SAP, Oracle oder Cisco von zögerlichen Kunden. "Das Umfeld in den USA ist härter geworden", sagte Leo Apotheker, neben Henning Kagermann Vorstandssprecher der SAP.

Doch unter dem Strich bleibt die Branche auf Wachstumskurs. Daran ändern auch Überraschungen wie der jüngste Quartalsverlust des IT-Konzerns Sun Microsystems nichts. Sie signalisieren in den Augen von Analysten wie Rob Enderle von der Enderle Group allenfalls unternehmensspezifische Probleme.

Entsprechend positiv sind die Erwartungen der Marktforscher. So rechnen die Experten von IDC damit, dass die IT-Budgets, also die Summe, die die Unternehmen jährlich in ihre Informations-Technologie stecken, in diesem Jahr in den USA um etwa vier Prozent steigen werden. Das ist nur ein leichtes Minus gegenüber dem vergangenen Jahr, als die IT-Ausgaben um rund sechs Prozent zugelegt hatten. Weltweit prognostiziert IDC ein Budgetzuwachs von immerhin 5,7 Prozent, nach 7,2 Prozent im Jahr 2007.

Vieles spricht dafür, dass die Auguren mit ihren Aussagen Recht behalten werden. Aus Sicht der IT unterscheidet sich die aktuelle wirtschaftliche Krise in entscheidenden Punkten deutlich von der des Jahres 2001.

Da ist vor allem das Ausgabe-Verhalten der Unternehmen. Vor 2001 wurde in großem Stil in die IT investiert, häufig ohne klare Strategie. Es galt, beim angeblich entscheidenden Internet Flagge zu zeigen. "Im Jahr 2000/2001 haben die Unternehmen investiert, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen. Solche Projekte können natürlich gestoppt werden, ohne massiven Einfluss für das Kerngeschäft zu haben", beschreibt Toennies von Donop, Leiter des Bereichs System Integration und Technologie beim Beratungsunternehmen Accenture die damalige Situation.

Das sei heute anders. "Das Verhältnis zwischen der Pflege des Kerngeschäfts und den Innovationen ist deutlich ausgewogener. Deshalb sind die IT-Budgets auch nicht mehr ohne weiteres massiv zu kürzen", sagte von Donop. Das bestätigt der Blick auf das Alter vieler IT-Systeme. Nach einer Accenture-Studie sind die Systeme in deutschen Firmen im Schnitt zwischen fünf und acht Jahre alt. "Damit ist die Erneuerung vieler Anwendungen ein aktuelles Thema", sagte von Donop.

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