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17.09.2008 
Nachfrageschwäche

IT-Industrie wird 2009 den Abschwung spüren

von Jens Koenen

Die deutsche IT-, Kommunikations- und Unterhaltungselektronik-Branche wird sich im laufenden Jahr noch relativ robust gegen den wirtschaftlichen Abschwung stemmen können. 2009 wird die Nachfrageschwäche allerdings auch in der High-Tech-Industrie ankommen.

Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer. Foto: dpaLupe

Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer. Foto: dpa

FRANKFURT. Der deutsche Branchenverband Bitkom sagte gestern für das kommende Jahr ein Plus von nur noch 1,5 Prozent voraus. Für dieses Jahr hob der Verband die Vorhersage dagegen leicht von 1,6 auf 1,8 Prozent an.

„Die High-Tech-Industrie in Deutschland präsentiert sich im Herbst 2008 widerstandsfähig gegen die abflauende Konjunktur“, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer gestern in Berlin. Allerdings profitiert die Branche in Deutschland davon, dass seit einiger Zeit auch die Produkte der Unterhaltungselektronik in die Statistiken einfließen. Hier läuft das Geschäft derzeit besonders gut.

So wird der Umsatz mit Konsumelektronik im laufenden Jahr wohl um 5,4 Prozent auf 12,4 Mrd. Euro zulegen können. Zu Jahresbeginn hatte das Team um Verbandspräsident Scheer nur ein Plus von 2,4 Prozent vorhergesagt. Doch offensichtlich haben sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft sowie die Olympischen Spiele in China die Nachfrage nach Fernsehern und anderen Geräten kräftiger angekurbelt als erwartet. Allein bei den Flachbildschirmen gab es ein Plus von 30 Prozent. Weitere Treiber waren Navigationsgeräte und Spielekonsolen.

Weitaus differenzierter präsentiert sich dagegen das Bild in der reinen IT- und Kommunikationsindustrie. So werden die Umsätze in der Telekommunikation um 1,2 Prozent fallen. Treiber ist hier noch das Geschäft mit Datendiensten. Überraschend stark, nämlich um 13 Prozent, wuchs die Zahl der Mobilfunkverträge. Dabei gilt der Markt eigentlich als gesättigt.

Auch bei Software brummt das Geschäft derzeit noch auf hohem Niveau. Die Erlöse sollen 2008 um immerhin 5,3 Prozent zulegen. Für IT-Dienstleistungen prognostiziert der Bitkom sogar ein Wachstum von 6,3 Prozent.

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