IT-Konzern Microsoft holt beim Cloud-Geschäft im Windschatten von Amazon auf

Microsoft legt solide Quartalszahlen vor. Herausragend waren die Cloud-Bereiche und überraschenderweise Laptops und Tablets.
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Microsoft holt beim Cloud-Geschäft im Windschatten von Amazon auf Quelle: AP
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Der Konzern von Satya Nadella steigerte seinen Gewinn im ersten Quartal um 35 Prozent auf 7,42 Milliarden Dollar.

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San FranciscoSatya Nadella hat es nicht leicht. Regelmäßig legt er für den Microsoft-Konzern die Quartalsergebnisse am selben Tag vor wie Jeff Bezos für Amazon. Und regelmäßig, so wie am Donnerstag, sticht ihn der Ausnahmeunternehmer Bezos mit spektakulären Ergebnissen aus.

Doch Nadella kann warten. Seit er 2014 die Macht am Firmensitz in Redmond übernommen hat, hat sich das „verlorene“ Unternehmen vom Sorgenkind zum Liebling der Wall Street entwickelt. Nach einer fulminanten Aufholjagd mit einer Verdoppelung in wenigen Jahren liegt im Ranking der teuersten Unternehmen der Welt Microsofts Börsenkapitalisierung jetzt praktisch gleichauf mit Google und Amazon; mehr hat nur noch Apple zu bieten.

Und mit der Microsoft-Aktie nahe am Rekordhoch zeigt Nadella, dass er noch mehr will. Und er will es sich von Amazon und Google holen.

Das moderne Microsoft ist ein Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Produktivität und Effektivität von Unternehmen, Organisationen und Menschen zu erhöhen. Wie, das ist zweitrangig.

Es ist eine Welt, in der das einst übermächtige Windows nur noch die Rolle eines Zulieferers übernimmt – Zulieferer zu den boomenden Cloud-Angeboten, von der Infrastruktur-Plattform Azure über die cloudbasierte Bürolösung Office 365 bis hin zu künstlicher Intelligenz für Datenanalyse und Unternehmensplanung.

Der Umsatz der beiden wichtigsten Cloud-Bereiche Azure und Office365 machte im ersten Quartal 2018 (dem dritten Quartal des Microsoft-Geschäftsjahres) bereits sechs Milliarden Dollar des gesamten Konzernumsatzes von 26,82 Milliarden Dollar (plus 16 Prozent) aus. Azure, sozusagen die Werkshalle in der Cloud, sei um 93 Prozent gewachsen, so Microsoft. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Aber seit Nadella über die junge Sparte berichtet, ist sie niemals weniger als 90 Prozent gewachsen. Amazons AWS, die Nummer eins der Cloud-Industrie, wuchs zwar „nur“ um 49 Prozent, aber auf einer viel größeren Basis. Microsoft kann zufrieden sein. Wenn der Trend so bleibt, wird AWS irgendwann fallen.

Der Branchendienst Canalys berichtet über ein Wachstum des weltweiten Cloudmarktes im ersten Quartal 2018 um 46,8 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar und bescheinigt Microsoft mittlerweile einen soliden zweiten Platz mit rund 16 Prozent hinter AWS mit über 32 Prozent. „Microsoft wächst kontinuierlich schneller als AWS“, so Canalys. Google fällt mit gut fünf Prozent ab.

Den Anlegern gefielen am Donnerstag diese Aussichten. Nach zurückhaltendem Start kletterte die Aktie nachbörslich auf 97 Dollar, knapp unter Allzeithoch. Es war vor allem Finanzchefin Amy Hood, die mit einem optimistischen Ausblick für das laufende Quartal für zusätzlichen Schub sorgte.

Überraschend erfreuliches wusste auch die Hardwaresparte zu berichten. Die Microsoft-Surface-Tablets und Laptops weisen dank runderneuerter Produktpalette ein Umsatzplus von 32 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar auf. Die gesamte Sparte „More Personal Computing“, wozu auch die Spielekonsole Xbox gehört, setzte 13 Prozent mehr um. Der Nettogewinn des Konzerns im Quartal stieg solide um 35 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar.

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