IT-Konzern
Neues Stühlerücken bei Hewlett Packard

Der weltgrößte IT-Konzern HP musste in jüngster Zeit mehrfach die Gewinnerwartungen nach unten korrigieren. Jetzt will CEO Léo Apotheker mit Umstrukturierungen gegen sinkende Umsätze und Marktanteile vorgehen.
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San FranciscoIm Kampf gegen sinkende Umsätze und Marktanteile strukturiert CEO Léo Apotheker die Führungsspitze von Hewlett Packard um. Mit sofortiger Wirkung, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens, werden sowohl Chief Administration Officer Pete Bocian als auch Chief Information Officer Randy Mott das Unternehmen verlassen. Die Aktie des weltgrößten IT-Konzerns brach nachbörslich an Wall Street ein.
Während die Position Bocians nicht wieder besetzt werden soll, werde für Mott bereits ein Nachfolger gesucht. Drei andere Bereiche mit direktem Kundenzugagang will Apotheker dagegen aufwerten: Dave Donatelli, verantwortlich für Enterprise Servers, Bill Veghte, zuständig für Software und Jan Zadak, globaler Vertriebe, werden in Zukunft direkt an den CEO berichten.

HP musste in jüngster Zeit mehrfach die Gewinnerwartungen abwärts korrigieren. Zuletzt wurde die Veröffentlichung der Quartalszahlen um einen Tag vorgezogen, nachdem ein interner Brandbrief Apothkers den Medien zugespielt worden war. Darin forderte er alle Vorstandskollegen zu extremer Sparsamkeit auf angesichts einer anhaltend schwierigen Marktsituation. Vergangene Woche kündigte HP an, gerichtlich gegen Oracle vorgehen zu wollen, weil Oracle überraschend angekündigt hatte, die Software-Unterstützung für HP-Server mit Itanium-Prozessoren einzustellen. Betroffen wären über 140 000 Unternehmenskunden weltweit, ein massiver Schlag für HP. Die Firma aus Palo Alto sieht darin einen illegalen Versuch, Kunden von HP praktisch zum Kauf von Oracle-Servern zu nötigen.

Seit der Übernahme des Serverspezialisten Sun durch Oracle sind die früheren Partner heute erbitterte Gegner in diesem Milliarden-Dollar-Markt. Für Anfang Juli ist der Verkaufsstart von HPs Tablet PC angekündigt, mit denen der Konkurrenz von Apple und Google begegnet werden soll.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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