IT-Markenhersteller lagern ihre Produktion zunehmend an Fremdfirmen wie SMIC und Flextronics aus
Auftragsfertiger kommen in Schwung

Seien es Drucker von Hewlett-Packard, Handys von Sony Ericsson oder Chips von Infineon: Wer Markenprodukte kauft, kann sich längst nicht mehr darauf verlassen, dass die Artikel aus den Fabriken der bekannten Anbieter kommen. Immer mehr Markenhersteller lassen ihre Ware bei Auftragsfertigern produzieren.

MÜNCHEN. Beispielsweise beim chinesischen Chiphersteller SMIC. „Produktion und Kostenkontrolle sind unsere großen Stärken“, sagt dessen Vorstandsmitglied Marco Mora. Die Chinesen produzieren jedes Jahr Millionen von Halbleitern. Doch kein einziger Chip wird unter dem Namen SMIC verkauft. Stattdessen drucken Firmen wie die Münchener Infineon AG ihre Logos auf die Produkte aus Schanghai.

Dass Infineon immer mehr Chips bei so genannten Foundries wie SMIC einkauft, hat seinen Grund. Die Münchener wollen weniger Geld in eigene Fabriken stecken und auf Nachfrageschwankungen schneller reagieren können. Zu viele eigene Werke wären da ein Klotz am Bein. Infineons Asien-Chef Loh Kin Wah: „Uns würde ein Markteinbruch heute weniger treffen als früher, weil wir mehr von Fremdfertigern beziehen.“ Wird weniger verkauft, werden zunächst die eigenen Werke ausgelastet und die Aufträge an die Fremdfertiger gekürzt.

SMIC ist ein junger Spieler auf dem Markt der Auftragsfertiger. Das schnell wachsende Unternehmen wurde erst vor vier Jahren gegründet. Doch die Investoren aus Taiwan und den USA entschieden sich ganz bewusst, nicht unter eigenem Namen zu verkaufen. SMIC-Vorstand Mora: „Durch unser Geschäftsmodell können wir das Risiko in der zyklischen und kapitalintensiven Halbleiterindustrie senken, denn eine Foundry arbeitet für viele Kunden. Zudem kommt das Modell den Chipherstellern entgegen, weil diese unter Druck geraten sind, ihr Anlagevermögen zu verringern.“

Mit einem Quartalsumsatz von zuletzt 220 Mill. Dollar ist SMIC noch ein kleiner Spieler auf dem Markt der Auftragsfertiger in der Elektronikindustrie. Der weltweit führende Anbieter Flextronics aus Singapur erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 14,5 Mrd. Dollar. Von Alcatel über Siemens bis Xerox arbeitet Flextronics für weltweit bekannte Konzerne. Zuletzt verlagerte der Telekom-Ausrüster Nortel seine gesamte Fertigung an Flextronics. 2 500 Mitarbeiter wechselten damit den Arbeitgeber.

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