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IT-Outsourcing: Der Kunde bezahlt nach Verbrauch

T-Systems und Continental läuten eine neue Runde im IT-Outsourcing ein: Conti-Mitarbeiter können ab sofort weltweit auf die SAP-Software zugreifen. Abgerechnet werden nur die gelieferten Bits und Bytes - es gibt keine feste Vertragslaufzeit, Mindestabnahme oder Grundgebühr. Der flexible Service könnte zum Standard für IT-Dienstleistungen werden.

von Hans Schürmann
Auch IT-Daten sollen bald völlig flexibel abgerechnet werden. Quelle: Caepsele
Auch IT-Daten sollen bald völlig flexibel abgerechnet werden. Quelle: Caepsele

DÜSSELDORF. Der Einkauf von IT-Dienstleistungen wird künftig so einfach und flexibel wie die Versorgung mit Strom oder Wasser. Der Outsourcing-Anbieter berechnet seinen Kunden nur so viel, wie er gerade an Software, Rechenkapazität und Speicherplatz benötigt. Jüngstes Beispiel: Der Automobilzulieferer Continental betreibt seine SAP-Anwendung künftig beim Dienstleister T-Systems und bezahlt nur die gelieferten und gespeicherten Bits und Bytes. „Unser Angebot ist so flexibel, dass wir quasi im Fünf-Minuten-Takt abrechnen“, erläutert ein T-Systems-Sprecher.

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Bei dem Vertrag handele es sich um eines der bislang größten SAP-Projekte des IT-Dienstleisters. T-Systems sorgt dafür, dass rund 55 000 Conti-Mitarbeiter weltweit auf die Software für die Unternehmenssteuerung zugreifen können und hat dafür einen Speicherplatz im T-Systemsrechenzentrum von 250 Terabyte reserviert. Das neue an dem Outsourcing-Geschäft: Es gibt keine Grundgebühr für den Dienst, keine Mindestabnahme oder feste Laufzeit für den Vertrag.

Das Geschäft mit Continental stehe für einen neuen Trend im IT-Dienstleistungsgeschäft – weg von teueren individuellen Services hin zu standardisierten Angeboten, die sowohl dem Kunden als auch dem Anbieter eine neue Flexibilität böten, erläutert der T-Systems-Sprecher. „Wir befinden uns zurzeit in einem Umbruch, der auch unsere internen Strukturen verändern wird.“

Das Geschäft mit IT-Dienstleistungen ist im Wandel. Haben Firmen in den frühen Phasen des Outsourcings vor allem ihre Rechnerinfrastruktur oder einzelne IT-Bereiche ausgelagert, sind sie inzwischen bereit, ganze IT-Prozesse auszugliedern. Dabei lassen sich die Unternehmen mehr und mehr auch auf Standardlösungen ein. Das zeigt eine Umfrage unter IT-Verantwortlichen, die das Beratungsunternehmen PAC im Auftrag des IT-Dienstleisters Computacenter durchgeführt hat.

„Über 80 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, standardisierte Leistungen in Anspruch nehmen zu wollen, sofern damit Kosteneinsparungen und eine schnelle Umsetzung verbunden seien“, sagt Karsten Leclerque, Outsourcing-Berater bei PAC. Das erleichtere den Dienstleistern neue Serviceangebote zu generieren und über einen Kostenmix ihre Margen zu halten.

Das Problem für die IT-Dienstleister: Zum einen wird eine erneute Kostenersparnis erwartet, zum anderen sind ihre Kunden auf der Suche nach einem konkreten Mehrwert, den sie mit Hilfe der IT für ihr Geschäft erzielen können. Die Entwicklung komme vor allen solchen Anbieter zu gute, die ihr Angebot weiterentwickelt haben und in der Lage sind, flexible, modulare und kosteneffiziente Services auf den spezifischen Bedarf des Kunden zuzuschneiden, sagt der PAC-Berater.

Früher habe ein IT-Dienstleister eher mitgearbeitet, einzelne Aufgaben übernommen. Heute sei er als Provider für eine gesamte IT-Leistung verantwortlich, beschreibt Jürgen Stauber, Geschäftsführer Managed Services bei Computacenter, die grundlegenden Veränderungen. „Wir betreiben die Mail, die ERP-Anwendung. Wie wir das machen, steht heute nicht mehr im Vordergrund“, sagt Stauber. Neudeutsch nennt man das: End-to-End-Verantwortung. Abgerechnet wird nicht mehr jeder einzelne Service, sondern das Gesamtpaket. Der Preis richtet sich nach dem vereinbarten Servicelevel – beispielsweise der garantierten Verfügbarkeit –, die der Kunde wünscht und der Dienstleister garantiert.

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