IT-Probleme
T-Systems verärgert die Großkunden

Mit neuen Aufträgen von internationalen Konzernen wollte die IT-Sparte der Deutschen Telekom in die erste Liga vordringen. Doch die Systeme von Großkunden wie Shell und Philips laufen nicht rund. Grund könnte die fehlende Erfahrung von T-Systems mit solch großen Projekten sein.
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DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Analysten jubelten. "T-Systems hat sich vom Aschenputtel zur Vorzeigesparte gewandelt", sagt Wafa Moussavi-Amin vom Marktforscher IDC. Für Konzernchef René Obermann sind Clemens? Geschäftsbereiche - etwa intelligente Stromnetze oder das Internet im Auto - der Kern seiner Wachstumsstrategie. Doch der Erfolgsserie droht jetzt zumindest die Unterbrechung.

Atos Origin habe nun die nötige Größe, seine Kunden bei der weltweiten Expansion zu begleiten, sagte Konzernchef Thierry Breton vergangenen Mittwoch. Da hatte der Franzose gerade die IT-Sparte von Siemens gekauft und war damit in die Champions-League der IT-Dienstleister aufgestiegen.

Dort möchte seit Jahren auch T-Systems gern hin, die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom. Auf Augenhöhe mit hochrentablen Konzernen wie IBM oder Accenture, das würde dem Bereich zu ganz neuer Bedeutung in dem Bonner Konzern verhelfen. Spartenchef Reinhard Clemens sieht sich auf gutem Weg, kann Erfolge vorweisen, auch ohne Akquisition wie bei Atos. "Wir haben uns von der Rolle des ungeliebten Kindes weggearbeitet", sagt der Manager.

Doch ganz so tadellos ist die Bilanz drei Jahre nach dem Amtsantritt von Clemens nicht. Er hat zwar zahlreiche internationale Konzerne als Kunden gewinnen können. Doch inzwischen stellt sich heraus, dass T-Systems bei der Umsetzung der Projekte nicht ganz so erfolgreich ist wie bei deren Akquise: Ausgerechnet der Vorzeige-Kunde Shell sei sauer, heißt es in Branchenkreisen. Es gebe immer wieder Probleme mit der IT, deren Betrieb der Ölmulti an T-Systems ausgelagert hat. Zudem habe die Telekom-Tochter die versprochenen Einsparungen nicht erreicht.

Shell wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Clemens schloss den Auftrag mit Shell Anfang 2008 ab, es war sein erster großer Deal. Er hat ein Volumen von einer Mrd. Euro und läuft über fünf Jahre.

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  • Jedes dritte Wort (o.k.: ´leicht´ übertrieben): Kostensenkung! Schön u. gut. Heißt im Umkehrschluß: Profitmaximierung! Gibt es vielleicht noch andere Argumente? Anscheinend nicht!? bei der Einfallslosigkeit dieser überdotierten bWL-Kollegen fällt mir auch nichts mehr ein.

    Doch eins noch - sie alle entsorgen!

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