IT-Sicherheit Jetzt kommt das Jahr der Cyber-Erpresser

Kurz vor dem Jahreswechsel schlagen IT-Sicherheitsdienste Alarm: Sie sehen für 2016 eine Welle von Manipulationen, Cyber-Erpressungen und Hacks „mit tödlichem Ausgang“. Ist das reine Angstmacherei oder doch mehr?
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Cyber-Security: Der Markt der Zukunft?

DüsseldorfIm Jahr 2015, sagt Amit Yoran, Präsident des IT-Sicherheitsanbieters RSA schon fast düster, hätten sich die Cybergefahren schneller entwickelt, als die meisten Organisationen sie entdecken und Gegenmaßnahmen ergreifen konnten. Und das obwohl Sicherheitsanbieter vorgegeben hätten, gegen besonders komplexe und gefährliche Hackerangriffe Vorbeuge treffen zu können – „und dazu leider nicht in der Lage waren.“

Die Unternehmen hätten erkannt, so Yoran weiter, das sie ihre digitalen Umgebungen auf eine ganz neue Art überwachen und schützen müssen. Doch ihre Sicherheitsprogramme stützten sich auf die gleichen Technologien und Ansätze wie bisher. „Sie haben ihre Maßnahmen nicht geändert, hoffen aber wie durch ein Wunder auf ein anderes Ergebnis,“ schimpft er.

Dabei werde es noch schlimmer, sagt Yoran. So sollten sich Unternehmen und die gesamte Branche im kommenden Jahr dafür wappnen, dass Angreifer „sich nicht nur Zugang zu ihren Daten verschaffen, sonders dass sie diese auch manipulieren.“ Was natürlich schwerwiegende Folgen haben könne. Zudem werde es mehr Angriffe auf Anbieter von Cloud-Diensten geben, mehr Hacker mit ideellen und nicht finanziellen Absichten und mehr Attacken auf industrielle Steuerungssysteme. „Ein Angriff auf ein mit der Grundversorgung beauftragtes Unternehmen im Jahr 2016 ist sehr wahrscheinlich“, sagt Yoran.

Auch andere IT-Sicherheitsanbieter geben in den eigentlich besinnlichen Tagen vor Weihnachten düstere Prognosen wie diese ab. Trendmicro erklärt etwa 2016 zum „Jahr der Cyber-Erpressung“. Außerdem werde es Angriffe auf das Internet der Dinge „mit tödlichem Ausgang“ geben. Sogenannte „Hacktivisten“, also jene Hacker ohne finanzielle Motivation, würden ihre Angriffsmethoden „systematisch ausweiten“; und gleichzeitig vernachlässigten Unternehmen die Cybersicherheit.

Der Chef des Anbieters Bitdefender, Florin Talpes, prognostiziert mehr Erpressungen mit sogenannter Ransomware im kommenden Jahr. Dabei wird die Festplatte mithilfe einer Schadsoftware verschlüsselt und erst wieder freigegeben, wenn der Nutzer ein Lösegeld zahlt. „Dabei werden die Täter versuchen, mehr Apple-Geräte zu infizieren“, sagt Talpes. Außerdem würden Angreifer wahrscheinlich zunehmend versuchen, sich über vernetzte Geräte zu Hause in das Smartphone zu hacken und dann darüber ein Unternehmensnetz infiltrieren, wenn der Besitzer es mit zur Arbeit nimmt.

Die dümmsten Passwörter der Welt
Hacker
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Obwohl Daten- und Identitätsdiebstähle ständig Schlagzeilen machen, benutzen viele Internetnutzer weiterhin unsichere Passwörter. Das beliebteste Passwort der Welt sei nach wie vor „123456“, teilte das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) am Dienstag auf Grundlage einer Analyse gestohlener Datensätze mit. Die HPI-Forscher stützten ihre Angaben auf die Analyse von mehr als 215 Millionen geraubten Identitätsdaten, die sie seit 2011 im Netz entdeckt hatten. Allein in diesem Jahr untersuchten sie nach eigenen Angaben fast 35 Millionen Datensätze, die von Cyberkriminellen in speziellen Internetforen veröffentlicht wurden. Diese Daten stammten demnach aus 15 verschiedenen Quellen, darunter einem Hackerangriff auf das Seitensprungportal Ashley Madison.

Jahreswechsel
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Simple Zahlenfolgen

Unter den mehr als 3,3 Millionen Passwörtern, die 2014 geknackt wurden, sind simple Zahlenreihen besonders häufig vertreten. Auf dem ersten Platz landet "123456". Auch wenn die Länge variiert wird, hilft das nicht: Auf dem dritten und vierten Platz finden sich "12345" und "12345678". "123456789" landet auf Rang sechs, gefolgt von "1234" auf Platz sieben. Auf Rang elf liegt "1234567".

Datenquelle: SplashData, Liste von "Time" veröffentlicht

Cyberkriminalität
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Passwort: "Password"

Wer sich für ganz schlau hält und einfach "password" als Zugangscode verwendet sei hiermit gewarnt: Die vermeintlich simple und sichere Lösung liegt auf Rang zwei der meistgeknackten Passwörter.

Nicht gerade kreativ
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Fantasiewörter

Sie denken sich, kein Mensch weiß was "qwerty" ist? Falsch gedacht. Die Buchstabenfolge, die auf einer amerikanischen Tastatur nebeneinander liegt, landet auf Platz fünf. Auf deutschen Tastaturen wäre es übrigens "qwertz".

Mark Reynolds
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Das sportliche Passwort

Sport-Fans müssen sich etwas besseres einfallen lassen, als nur den Namen ihrer Lieblingssportart: Auf Platz acht der meistgeknackten Passwörter landet "baseball".

Fabelwesen
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Mystische Gestalten

Auch Drachen-Fans gibt es einfach zu viele. Das Passwort "dragon" ist jedenfalls alles andere als originell. Es findet sich auf Rang neun.

Super Bowl Football
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Sport, die zweite

Anhänger des Football sind auch nicht besser dran als Baseball-Freunde: Das Passwort "football" findet sich auf Rang zehn der gehackten Zugangsdaten.

Die Experten des IT-Sicherheitsdienstleister Blue Coat zählen acht für sie wichtige Trends des kommenden Jahres auf: Unter anderem werde das Internet der Dinge die „neue Spielwiese für Hacker“. Sie bildeten „geradezu ein Paradies für Cyberkriminelle“, da sie damit ganze Netzwerke abschalten könnten. Neben einigen Problemen der Sicherheitsbranche, wie mangelndem Personal, sehen auch die Blue-Coat-Experten verstärkt Angriffe auf Clouds.

„Zahl solcher Attacken wird sicher zunehmen“
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