IT-Unternehmen Secusmart
„Snowden-Effekt“ hilft Blackberry-Anbieter

Über zu wenig Aufträge kann sich Secusmart derzeit nicht beschweren. Durch die von Edward Snowden aufgedeckte Späh-Affäre besteht großes Interesse an abhörsicheren Smartphones – Secusmarts Blackberrys sind gefragt.
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BerlinDer Düsseldorfer IT-Spezialist Secusmart hofft nach dem „Snowden-Effekt“ auf ein großes internationales Geschäft mit seinen abhörsicheren Smartphones. In Deutschland hätten wenige Tage nach Verkaufsstart 23 Behörden über 1200 der Geräte auf Blackberry-Basis geordert, sagte Secusmart-Chef Hans-Christoph Quelle. Inzwischen testeten mehrere weitere europäische Länder die Technik. Auch aus der Wirtschaft kämen mehr Aufträge.

Denn die Enthüllungen des Informanten Edward Snowden über die Internet-Überwachung durch amerikanische und britische Geheimdienste hätten die Stimmung verändert. „Wir glauben, dass es der deutschen Krypto-Industrie jetzt bessergehen wird“, sagte Quelle. „Der Snowden-Effekt wird mittelfristig auch dem Geschäft mit Sprachverschlüsselung einen Schub geben.“ Derzeit liefen Test bei mehreren DAX-Konzernen. Der Bedarf sei zwar schon immer da gewesen, werde jetzt aber auch erkannt. „Das Ausmaß des Problems war niemandem klar.“

Das aktuelle Secusmart-Gerät basiert auf dem Touchscreen-Blackberry Z10. Das Modell hat dem kanadischen Smartphone-Pionier gerade eine Abschreibung von 934 Millionen Dollar eingebrockt, weil sich der einstige Hoffnungsträger so schlecht verkaufte. Blackberry konnte die Talfahrt bei den Marktanteilen nicht stoppen und setzt jetzt nach einem hohen Verlust auf den Verkauf an einen Finanzinvestor.

Die aktuelle Diskussion um die Zukunft von Blackberry sei „wenig Hilfreich“, räumte Quelle ein. Allerdings gehe er davon aus, dass Blackberry zumindest als Anbieter geschäftlicher Kommunikation weiter existieren werde: „In unserer Nische sehe ich keine Probleme.“ Die Secusmart-Lösung sei zwar auch auf Android-Smartphones einsetzbar, das Blackberry biete aber angesichts der Zusammenarbeit eine besonders bequeme Bedienung.

Deutsche Behörden haben die Wahl bei abhörsicheren Smartphones. Neben dem Gerät von Secusmart und Blackberry bietet auch die Deutsche Telekom unter der Bezeichnung „SiMKo 3“ ein Smartphone auf Basis des Samsung Galaxy S3 an. Beide Geräte wurden im März auf der Computermesse Cebit in Hannover vorgestellt. Die Technik ist für die Geheimhaltungsstufe „Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch“ zugelassen.

Bei der Ausrüstung der Regierungsbehörden in Deutschland verlassen sich die Verantwortlichen nicht auf Smartphones von der Stange, da diese nicht abhörsicher sind. In den abgesicherten Geräten ist der dienstliche Bereich abgeschottet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " IT-Unternehmen Secusmart: „Snowden-Effekt“ hilft Blackberry-Anbieter"

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  • Wir haben alle aktuellen Blackberry 10 Geräte (auf dem BES) getestet- auch das iPhone (auf Afaria).

    Blackberry und der BES decken sämtlich erdenkbare Sicherheits und BYOD-Szenarien ab und sind -mit der Secusmart Erweiterung- soger extrem sicher zu machen(nicht nur für Behörden, auch für Firmen o.ä.).

    Sicherheitstechnisch ist derzeit trotz Allem immer noch das BB eine Empfehlung Wert.

    Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitsdiskussion.

  • Naja, weil die durchschnittliche Bevölkerung ja auch generell in der Lage ist jegliche Smartphone - Aktivitäten abzuhören.. (Ende der Ironie)
    Das BlackBerry Z10 ist im Übrigen ein erstklassiges Spitzenmodell!
    Sollen sich doch die i-Jünger und die Google-Fetischisten an ihren überteuerten und neugierigen Geräten erfreuen, aber wirklich hilfreich sind nur die neuesten BB10 Phones.
    Nach der Nutzung eines Z10 seit nun 6 Monaten bin jedenfalls ich absolut überzeugt von der Leistungsfähigkeit dieses Betriebssystems und ihrer jeweiligen Hardware!
    MfG,
    Eberhard.

  • " In Deutschland hätten wenige Tage nach Verkaufsstart 23 Behörden über 1200 der Geräte auf Blackberry-Basis geordert,..."

    Heißt:

    Unsere Obrigkeit schottet sich systematish gegen die Bevölkerung ab. Bezahlen darf dies der Steuerzahler.

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