Jack Dorsey Twitter-Chef sammelt Vorschläge für bessere Debattenkultur

Twitter-Chef Jack Dorsey zeigt sich selbstkritisch. Er will nun Nutzerideen sammeln, um die Verbreitung von Falschinformationen zu stoppen.
Update: 02.03.2018 - 13:35 Uhr Kommentieren
Twitter: Jack Dorsey will Debattenkultur verbessern Quelle: dpa
Jack Dorsey

Der Twitter-CEO sparte nicht mit Selbstkritik. Twitter habe darin versagt, die Verbreitung falscher Informationen, Filterblasen und Missbrauch des Kurznachrichtendiensts zu verhindern, räumte er ein.

(Foto: dpa)

New YorkDer Chef von Twitter, Jack Dorsey, hat einen rauen Umgangston in Tweets beklagt und einen Vorstoß für mehr Anstand und Offenheit unter Nutzern angekündigt. Der Kurznachrichtendienst müsse sich neu ausrichten, um eine gesunde Debattenkultur zu fördern, schrieb Dorsey am Donnerstag in einer Serie von Tweets.

Dazu bittet das Unternehmen mit Sitz in San Francisco nun um Vorschläge, wie die Qualität öffentlicher Twitter-Diskussionen gemessen und so verbessert werden könne.

Dorsey sparte nicht mit Selbstkritik. Twitter habe darin versagt, die Verbreitung falscher Informationen, Filterblasen und Missbrauch des Kurznachrichtendiensts zu verhindern, räumte er ein. „Wir sind nicht stolz darauf, wie Leute unseren Dienst ausgenutzt haben - und auch nicht auf unser Unvermögen, darauf schnell genug zu reagieren.“ So habe man sich in der Vergangenheit hauptsächlich darauf konzentriert, Tweets zu löschen, die gegen die Benutzerregeln verstoßen, anstatt gesündere Debatten und kritisches Denken zu fördern. „Das ist der Ansatz, den wir nun brauchen.“ Im Ringen um Gegenmaßnahmen könne und wolle Twitter nicht alleine handeln. Dorsey will sich Unterstützung von Experten suchen - er bat aber auch gezielt die Twitter-Gemeinde um Hilfe und Feedback.

Erst im Januar hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg selbstkritische Töne angeschlagen und 2018 zum Jahr erklärt, in dem er ähnliche Probleme beim sozialen Netzwerk angehen wolle. Seine Plattform habe eine Menge Arbeit zu tun – ob es darum gehe, die Gemeinschaft vor Beschimpfungen und Hass zu schützen oder vor staatlicher Einmischung zu verteidigen, schrieb der 33-Jährige auf Facebook und versprach, nach einer Lösung suchen zu wollen. „Wir werden nicht alle Fehler oder Missbrauch verhindern können, aber derzeit machen wir zu viele Fehler, wenn es darum geht, unsere Regeln umzusetzen und den Missbrauch unserer Plattform zu verhindern.“ Facebook hat inzwischen seinen Newsfeed so angepasst, dass mehr Beiträge von Freunden und Verwandten von Nutzern und weniger jene von Medien und Unternehmen auftauchen sollen.

Die Online-Netzwerke wurden zuletzt auch von der US-Politik immer kritischer gesehen, auch weil sie zu einem Einfallstor für russischen Einfluss im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 wurden.

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