Jahresbilanz
Balda im BenQ-Loch

Nach der BenQ-Pleite schreibt der Handyausrüster Balda tiefrote Zahlen. Doch die Krise hatte für Balda auch sein Gutes, denn der Handyausrüster ist nun guter Hoffnung, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen zu können. Die Prognosen sehen zumindest gut aus.

HB FRANKFURT. Der Handyausrüster Balda will 2007 nach einem Verlustjahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch ein Vorsteuerergebnis von 50 bis 55 Mill. Euro an. Wesentlicher Grund ist der Einstieg in das Geschäft mit kleinen Tastbildschirmen (“Touchscreens“), über die ein Handy bedient werden kann. Balda hatte sich 2006 mit einer Beteiligung an der chinesischen TPK Holding Zugang zu dieser neuen Technologie verschafft und liefert künftig die Bildschirme für das neue Multimedia-Mobiltelefon „iPhone“ von Apple.

Damit sei mit einem Umsatzanstieg um rund 70 Prozent auf bis zu 650 Mill. Euro zu rechnen, teilte Balda mit. Ziel bleibe 2010 die Marke von einer Milliarde Euro zu erreichen, sagte Vorstandschef Joachim Gut auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Die Produktion für Touchscreens in China werde vermutlich schon 2008 aufgestockt. „Unsere jetzigen Kapazitäten dürften Ende des zweiten Quartals 2008 erschöpft sein“, sagte Gut. Die Entscheidung darüber falle in diesem Sommer.

Im vergangenen Jahr ging der Umsatz infolge sinkender Preise im Mobilfunkbereich und wegen des Niedergang des Handyherstellers BenQ um 6,6 Prozent auf 371 Mill. Euro zurück. Dies führte zu einem Vorsteuerminus von knapp 50 Mill. Euro und einem Konzernverlust von 42 Millionen. Im Jahr zuvor hatte Balda noch 33,4 Mill. Euro Gewinn gemacht.

„2006 war ein Jahr des Umbruchs für Balda“, sagte Gut. „Wir haben Balda weiter entwickelt von einem regionalen Lieferanten hochwertiger Kunststoffkomponenten zu einem global agierenden Hightech-Unternehmen“, fügte der Vorstandschef hinzu. Balda sei das einzige Unternehmen in der Handyherstellung, das Kunststoff- und Touchscreen-Technologien nun aus einer Hand bieten könne.

Allerdings produziert Balda kaum noch in Deutschland und dafür mehr in Asien. Mit dem Verkauf mehrerer Werke sei das Personal in Deutschland um 1500 Stellen auf mittlerweile nur noch 600 am Firmensitz Bad Oeynhausen verringert worden. Weltweit hat Balda derzeit gut 8000 Beschäftigte. Der Auslandsanteil am Umsatz werde sich auf 80 Prozent erhöhen.

Die im SDax notierte Balda-Aktie verlor am Mittwoch knapp ein Prozent auf 10,80 Euro. Das Papier hatte seit dem Bekanntwerden des Apple-Auftrags allerdings mehr als 25 Prozent zugelegt.

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