Jahresbilanz
Bezahlsender Arena bleibt Zuschussgeschäft

Der neue Bezahlsender Arena ist ein dreiviertel Jahr nach dem Start noch weit von der Gewinnschwelle entfernt.

dpa-afx MÜNCHEN/KÖLN. "Arena ist natürlich ein riskantes und ambitioniertes Projekt", sagte Parm Sanhu, Geschäftsführer beim arena-Besitzer Unity Media, am Donnerstag der dpa. Mit einem operativen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 132,4 Mill. Euro im vergangenen Jahr bewege sich der Sender aber im Rahmen der Planungen. Allerdings könne sich das Erreichen der operativen Gewinnschwelle, das für das zweite Halbjahr geplant war, wegen der Bedenken des Kartellamts gegen die Kooperation mit dem Konkurrenten Premiere verzögern.

Arena mit seinen zuletzt knapp 1,1 Mill. Abonnenten sei ein strategisches Investment, dass langfristig angelegt sei, betonte Sandhu. "Ich bin sehr optimistisch." Unity sei zu weiteren Investitionen unter anderem in Bieterrunde für die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2009/10 bereit.

Der neue Pay-TV-Anbieter Arena (München) hatte sich in einem spektakulären Wettbieten die Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga gesichert und im August 2006 den Sendebetrieb aufgenommen. Im vergangenen Jahr kam arena so noch auf Umsätze von 80,6 Mill. Euro, die damit niedriger ausfielen als der operative Verlust. Eine Prognose für das laufende Jahr wollte Sandhu nicht abgeben. 

Premiere hatte am Vortag den Vertrieb des arena-Bundesliga- Angebots über die Premiere-Satellitenplattform wegen möglicher Bedenken des Kartellamts eingestellt. Bis Ende Mai soll nun ein kartellrechtlich unbedenkliches Modell für die Zusammenarbeit der beiden Konkurrenten entwickelt werden. "Wir kooperieren voll mit dem Bundeskartellamt", betonte Sandhu.

Für Unity ist das Engagement bei Arena ein wichtiges strategisches Standbein bei seiner Expansion in Deutschland. Daneben setzt der Betreiber von Kabelnetzen in Nordrhein-Westfalen und Hessen insbesondere auf das so genannte Triple Play, also Fernsehen, Telefon und schnelles Internet aus einer Leitung. Bis Ende des Jahres sollen 5,7 Mill. Haushalte, das sind zwei Drittel des Kundenstamms, Triple-Play-fähig sein.

Im vergangenen Jahr steigerte Unity Media den Umsatz im Kabelgeschäft von 567,5 auf 599,4 Mill. Euro. Das Ebitda gab leicht von 274 auf 269,2 Mill. Euro nach. Einschließlich der arena-Verluste und der Gewinne der Tele Columbus, mit der sich Unity zusammengeschlossen hatte, sank das Ebitda auf 213,4 Mill. Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%