Jahresbilanz
Deutschland belastet Vodafone

Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar seinen Verlust deutlich verringert, aber immer noch ein milliardenschweres Minus geschrieben. Vor allem die deutsche Tochter belastet das Unternehmen – und das gleich doppelt..

HB LONDON. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 4,81 Mrd. britische Pfund, teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit. Im Geschäftsjahr 2005/2006 (bis Ende März) waren es noch 17,23 Mrd. Pfund. Kostenreduzierungen und ein hohes Wachstum in Schwellenregionen wie der Türkei, Afrika oder auch Osteuropa hätten zur Eindämmung des Verlustes beigetragen, teilte Vodafone mit.

Verantwortlich für die Verluste sind Abschreibungen vor allem auf die deutsche Tochter, die ehemalige Mannesmann AG. Der deutsche Konzern war im Jahr 2000 teuer übernommen worden; der Zeitwert ist wesentlich geringer.

Der Umsatz kletterte von 29,35 Mrd. auf 31,1 Mrd. Pfund, während sich der Verlust vor Steuern von 14,85 Mrd. auf 2,38 Mrd. Pfund verkleinerte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 11,96 Mrd. Pfund.

Bei Umsatz und operativem Gewinn lag Vodafone unter den Erwartungen von Analysten. Der Überschuss legte jedoch stärker zu als von den Experten geschätzt. Dementsprechend größer soll auch die Dividende ausfallen, was der Aktie im frühen Handel Auftrieb verlieh. Die Dividende soll um den gleichen Prozentsatz wie der bereinigte Gewinn steigen: um 11,4 Prozent auf 6,76 Pence zulegen.

Vodafone bekräftigte, an den hart umkämpften europäischen Märkten keine Entspannung zu sehen. Die Preise würden wegen des Wettbewerbs und regulatorischen Gebührensenkungen weiter unter Druck bleiben, hatte Europachef Vittorio Colao bereits gesagt. Das Unternehmen hatte deshalb angekündigt, die Zügel bei den Kosten weiter anzuziehen. Insbesondere an den beiden größten Märkten für Vodafone, Großbritannien und Deutschland, stehen die Gewinnmargen unter Druck. Deshalb sucht der Konzern sein Heil auch im Festnetzgeschäft und sucht sich Expansionsmöglichkeiten in Schwellenländern. Der Umsatz soll 2007/2008 etwa 33,3 bis 34,1 Mrd. Pfund erreichen und das bereinigte operative Ergebnis 9,3 bis 9,8 Mrd. Pfund.

Akute Probleme in Deutschland

Belastet von Regulierungsauflagen fiel der Umsatz in Deutschland um 4,9 Prozent auf 8,03 Mrd. Euro und das Ebitda um 9,7 Prozent auf 3,58 Mrd. Euro. Zum Einbruch trugen auch fallende Preise für Handy-Telefonate bei. Bei den Kundenzahlen verzeichnete Vodafone D2 im vergangenen Quartal einen Zuwachs von 200 000 Verträgen auf 30,82 Millionen. Der Abstand zu Marktführer T-Mobile stieg damit, da dieser mehr neue Kunden unter Vertrag nahm.

Die Zahlen von Vodafone für das abgelaufene Geschäftsjahr fallen nach Einschätzung der WestLB „wenig beeindruckend“ aus. So lägen das Ebitda-Ergebnis sowie der Umsatz leicht unter den Erwartungen, der operative Gewinn indes im Rahmen. Auf Basis des Ausblicks für 2008 werde er seine Schätzungen wenn überhaupt nur minimal nach unten anpassen, sagt Analyst Morten Singleton, der die Aktie mit „Hold“ einstuft.

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