Jahresbilanz
Swisscom schreibt Milliarde auf Tochter ab

Schlechte Geschäfte bei der italienischen Tochter Fastweb trüben die Jahresbilanz der Swisscom. Nachdem die Fastweb-Geschäfte einbrachen, belasten nun 1,2 Milliarden Franken den Überschuss der Schweizer.
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FrankfurtNach einer Milliarden-Abschreibung bereut die Swisscom ihre teure Italien-Expansion. Vor vier Jahren hatte das Unternehmen den Mailänder Internet-Anbieter für 4,6 Milliarden Euro geschluckt. Der Kauf war seinerzeit in der Schweiz umstritten, da der ehemalige Telefon-Monopolist immer noch mehrheitlich dem Staat gehört. Am Mittwoch räumte Konzernchef Carsten Schloter ein, dass die damalige Fastweb-Übernahme alles andere als ein Schnäppchen gewesen sein. „Wir haben aus heutiger Sicht eindeutig zu viel bezahlt.“ Die Italien-Tochter macht Schloter schon länger Sorgen. In diesem Jahr verschärfte sich die Lage wegen der Wirtschaftskrise des hoch verschuldeten Landes zusehends, weshalb die Swisscom den Buchwert von Fastweb um 1,3 Milliarden Euro nach unten korrigieren müsse, hieß es. Der Jahresüberschuss 2011 werde dadurch mit 1,2 Milliarden Franken belastet. Im Jahr 2010 hatte Swisscom rund 1,8 Milliarden Franken verdient.

Swisscom hatte Fastweb übernommen, um die Umsatzerosion zu Hause wettzumachen. Bis 2009 hat das auch funktioniert, vor allem Geschäftskunden und italienische Behörden wurden Kunden. Doch dann sorgte zunächst eine Steuerhinterziehungsaffäre bei der Tochter für Schlagzeilen, und auch die Geschäfte liefen wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr rund. In den ersten neun Monaten dieses Jahres gelang die Trendwende nicht: Der Fastweb-Umsatz sank um acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Swisscom-Chef Carsten Schloter kündigte bereits vor einem Monat an, härter durchgreifen zu wollen. Als erste Maßnahme verordnete er dem Mailänder Unternehmen Kosteneinsparungen von 120 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren.

Weitere Konsequenzen werde er vorerst nicht ziehen, erklärte der deutsche Unternehmenslenker. „Es wäre vollkommen falsch, die Italien-Investitionen infrage zu stellen.“ Es sei nicht geplant, die Tochter wieder zu verkaufen. „Wir müssen die Bereitschaft haben, auch schwierige Zeiten durchzustehen.“ Schloter will seine Aktionäre angesichts der Milliarden-Belastung mit einer höheren Ausschüttung bei der Stange halten. Für 2011 solle die Dividende - wie bereits angekündigt - um einen Franken auf 22 Franken pro Aktie steigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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