Jahresbilanz
Swisscom sieht ohne Fastweb-Zukauf alt aus

Einen Tag nach ihrer offiziellen Ankündigung, sich um den Kauf des italienischen Kabelnetz-Betreibers Fastweb zu bemühen, hat Swisscom am gestrigen Dienstag ihre Bilanz vorgelegt. Dabei wird deutlich: Für das Schweizer Telekomunternehmen geht es bei dem Kauf um alles oder nichts.

ZÜRICH. Auf ihrem Heimatmarkt nämlich hat Swisscom im vergangenen Jahr sowohl bei Umsatz als auch Gewinn schlechtere Ergebnisse als im Vorjahr erzielt. Der Nettogewinn sank um 20,9 Prozent auf 1,6 Mrd. Franken (eine Mrd. Euro), teilte der Schweizer Marktführer mit. Beim Umsatz gibt es mit einem Minus von 0,8 Prozent nur einen kleinen Rückgang. Er spiegelt aber wider, dass die gesunkenen Preise nicht vollständig durch neue Kunden und neue Geschäftsfelder ausgeglichen werden können.

Im deutlich gesunkenen Gewinn stecken vor allem Sonderbelastungen: Swisscom muss überhöhte Gebühren an andere Anbieter zurückzahlen, die sie für die Zusammenschaltung der Netze erhoben hatte. Darüber hinaus haben einige IT-Projekte, die Swisscom übernommen hat, unerwartet hohe Kosten verursacht. Zudem musste der Konzern auf Druck des Regulierers die Preise für die Weiterleitung von Mobilfunkgesprächen aufs Festnetz in der Schweiz erheblich senken. Unterm Strich haben sich dadurch Sonderbelastungen von 400 Mill. Franken ergeben, die in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten sind.

Allerdings droht 2007 eine Strafe der Wettbewerbskommission in Höhe von 333 Mill. Franken fällig zu werden. Rückstellungen, die das Ergebnis noch mehr belastet hätten, hat die Swisscom dafür nicht gebildet. Stattdessen will sie gegen die Buße gerichtlich vorgehen. Für das laufende Jahr erwartet Swisscom wie schon 2006 einen Ergebnisrückgang beim Festnetz, der diesmal aber durch Zuwächse in anderen Bereichen aufgefangen werden soll.

Unerwartet kommen die mageren Zahlen nicht. An der Börse verlor die Aktie dennoch zeitweise mehr als drei Prozent, obwohl Swisscom trotz schlechter Ergebnisse und steigender Verschuldung eine höhere Dividende in Aussicht stellte. Für den Börsenkurs interessanter als die Bilanz sei, was bei dem Übernahmeangebot für Fastweb herauskomme, meinten die Analysten der Basler Bank Sarasin. Und da könnte, so die Einschätzung, Konkurrenz auf die Swisscom als Käufer zukommen. Die italienische Mediaset wird hier genauso genannt wie die die Deutsche Telekom; beide Unternehmen wollten am Dienstag ein mögliches Interesse nicht kommentierten.

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