Jahreshauptversammlung
Sony-Chef präsentiert umfassenden Rettungsplan

Zur Jahreshauptversammlung hat Sony-Chef Kazuo Hirai einen Rettungsplan für den angeschlagenen Konzern präsentiert. Mit neuen Geschäftsfeldern und einem Sparplan soll der Elektronikhersteller wieder Fuß fassen.
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TokioDer ins wirtschaftliche Abseits geratene Elektronikkonzern Sony buhlt mit aller Macht um das Vertrauen der Aktionäre. Am Mittwoch präsentierte der neue Konzernchef Kazuo Hirai Details seines Rettungsplans, der den Abstieg des japanischen Walkman-Pioniers im Zeitalter von Smartphones und Tablet-PCs verhindern soll. Sony setzt künftig selbst vor allem auf Smartphones, aber auch auf Digitalkameras und Video-Spiele. Dieser Plan werde aufgehen, betonte Hirai auf der ersten von ihm geleiteten Jahreshauptversammlung. Durch den geplanten Wandel solle der Umsatz des Traditionsunternehmens binnen zwei Jahren um ein Drittel auf 8,5 Billionen Yen (rund 86 Milliarden Euro) gesteigert werden.

Der einstige Vorreiter der Technologiebranche ist im Wettbewerb mit Samsung und Apple auf den aktuellen Wachstumsmärkten immer mehr ins Hintertreffen geraten. Hirai verordnete dem Hersteller von Bravia-Fernsehern, Vaio-Laptops und PlayStation-Spielekonsolen eine Aufholjagd im Handygeschäft, einen Sparplan und neue Geschäftsfelder - wie den Einstieg in die Medizintechnik. Zu Berichten über eine Investition in den Kamera- und Medizingerätehersteller Olympus äußerte sich Hirai am Mittwoch nicht.

Kritischen Investoren gegenüber verteidigte er dafür die Entscheidung, seinen langjährigen Vorgänger Howard Stringer als Vorsitzenden des Direktoriums im Unternehmen zu halten. Stringers Rat und Unterstützung werde gebraucht, sagte Hirai. Unter Stringers Führung hatte Sony im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordverlust von rund 4,6 Milliarden Euro (456,7 Milliarden Yen) eingefahren.

Mit mehr als 9000 Aktionären waren so viele Sony-Eigner zur Jahresversammlung erschienen wie noch nie zuvor. Sony ist am Markt mit knapp 14 Milliarden Dollar nicht einmal mehr ein Zehntel so viel wert wie sein koreanischer Hauptrivale Samsung. Seit Hirais Amtsübernahme im Frühjahr ist der Aktienkurs um 36 Prozent gefallen. Am Mittwoch schlossen Sony-Aktien 0,9 Prozent im Minus, während der Tokioter Nikkei-Index 0,8 Prozent zulegte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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