Jahresprognose erhöht
Swisscom wächst wieder

Nach einer jahrelangen Durststrecke hat der Schweizer Telekomkonzern Swisscom wieder mehr verdient. Einen Wachstumsschub bescherten dem Unternehmen der milliardenteure Kauf des italienischen Festnetzkonzerns Fastweb und einige Sondereffekte. Auch für das zweite Halbjahr ist der Konzern optimistisch.

HB ZÜRICH. Der Reingewinn stieg nach Swisscom-Angaben vom Mittwoch im ersten Halbjahr 2007 um 24 Prozent auf 936 Mill. Franken (569 Mill. Euro) und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz wuchs um sieben Prozent auf 5,09 Mrd. Franken und der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA legte 13 Prozent auf 2,04 Mrd. Franken zu.

„Es ist das erste Mal, dass Umsatz und EBITDA signifikant positiv wachsen und im zweiten Halbjahr folgt noch mehr“, sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz.

Der Anstieg des Reingewinns ist auf den Rückkauf der 25-Prozent-Beteiligung von Vodafone an der Mobilfunksparte zurückzuführen; die Gewinnausschüttungen an die Briten fallen damit weg. Umsatz und EBITDA profitierten von der Konsolidierung von Fastweb seit dem 22. Mai und dem Wegfall von Sondereffekten.

Die Mailänder Fastweb, für die der Schweizer Staatskonzern 5,1 Mrd. Franken zahlte, trug 281 Mill. Franken zum Umsatz bei und 79 Mill. Franken zum EBITDA. „Das Fastweb-Resultat entspricht unseren beim Kauf gehegten Erwartungen“, sagte der aus Deutschland stammende Swisscom-CEO.

Swisscom erhöhte wegen Fastweb auch die Jahresprognose. Der Konzern rechnet 2007 nun mit 11,2 Mrd. bis 11,3 Mrd. Franken Umsatz und einem EBITDA von 4,4 Mrd. bis 4,5 Mrd. Franken. Das neue Familienmitglied soll dazu 1,8 Mrd. Franken Umsatz und rund 600 Mill. Franken EBITDA beisteuern.

Die Swisscom-Aktien waren gegen Mittag mit einem Plus von 3,2 Prozent auf 424 sfr der grösster Gewinner im Schweizer Blue-Chip-Index SMI.

WestLB-Analyst Stefan Borscheid nannte das Ergebnis solide und stufte Swisscom auf „Hold“ hoch. Bei der Privatbank Wegelin hingegen hiess es: „Im traditionellen Geschäft ist wegen des Margendrucks wenig Inspiration vorhanden, während die neuen Geschäftsfelder wie BluewinTV einen gewissen Abenteuercharakter haben.“

Der Fernsehgenuss über superschnelle VDSL-Datenleitungen und das Geschäft mit der interaktiven Fernbedienung Betty verschlangen in den ersten sechs Monaten nämlich über 100 Mill. Franken. Allein die Installation eines neuen VDSL-Anschlusses schlägt derzeit noch mit 1300 Franken zu Buche. Doch CEO Schloter erteilt eine Bestandsgarantie: „BluewinTV ist ein ganz zentrales Produkt.“ Wie Betty aus der Bredouille kommen soll, wollte er aber nicht verraten.

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