Jahresprognose gesenkt
Fußball-Deal mit Arena belastet Premiere

Der Bezahlsender Premiere hat im zweiten Quartal bei geringerem Umsatz sein Ergebnis verbessert, den Ausblick für das Gesamtjahr aber nach unten korrigiert.

dpa-afx MÜNCHEN. Im Zeitraum April bis Ende Juni habe der Umsatz vorläufigen Zahlen zufolge bei 229,1 Mill. Euro gelegen und damit 14,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) verringerte sich von 43,7 Mill. Euro im Vorjahr auf ein Minus von 12,9 Mill. Euro. Unterm Strich blieb ein Verlust von 32,6 Mill. Euro stehen, nach 138,8 Mill. Euro ein Jahr zuvor.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg auf 10,2 Mill. Euro. Vor einem Jahr war hier noch ein Minus von 21,8 Mill. Euro ausgewiesen worden. Die Zahl der Premiere-Abonnenten stieg im Laufe des Quartals um 12 602 auf 3,473 Millionen. Dies waren 30 674 Kunden oder knapp ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen nun einen Umsatz von 1,04 bis 1,05 Mrd. Euro und ein Ebitda von 80 bis 100 Mill. Euro an. Bisher war ein Umsatz von 1,05 bis 1,10 Mrd. Euro und ein Ebitda von 120 bis 140 Mill. Euro angestrebt worden. Die Kundenzahl soll nach dem Abschluss über die Fussball-Bundesliga-Rechte mit arena dagegen stärker als zuvor geplant steigen. Bis Jahresende will Premiere nun 4,4 Mill. Abonnenten unter Vertrag hab, darunter 700 000 über die neuen Partner arena und Unitymedia. Bislang hatte Premiere zum Jahresende nur 3,5 bis 3,6 Millionen Kunden angepeilt.

Premiere hatte bereits im Mai angekündigt, seinen Prognosen für 2007 und 2008 nach Abschluss der kartellrechtlichen Prüfung der Zusammenarbeit mit arena aktualisieren zu wollen. Das Kartellamt hatte die Zusammenarbeit am Mittwoch genehmigt und damit die Rückkehr der Fussball-Bundesliga zu Premiere ermöglicht. Für 2008 peilt der Sender nun einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro und ein Ebitda von 180 bis 200 Euro an. Die Kundenzahl soll auf 4,75 Mill. steigen, davon 750 000 über die Kooperationen mit arena, Unitymedia und der Deutschen Telekom. Zugleich gab Premiere bekannt, seinen Einspeisevertrag mit der arena-Mutterunitymedia bis Ende 2013 verlängert zu haben.

"Die Aussetzung der Vermarktung von arena via Satellit hatte natürlich zur Folge, dass wir erhebliche Umsatzpotentiale nicht realisieren konnten", sagte Premiere-Chef Georg Kofler. "Auch das operative Ergebnis hätten wir mit der vollen Vermarktung der Bundesligaangebote verbessern können. So haben wir bedauerlicherweise den Schwung, der sich im ersten Quartal angedeutet hat, nicht mitnehmen können." Umso mehr blicke der Sender nun auf die Chancen im zweiten Halbjahr, die die neue Vereinbarung mit arena und Unitymedia über die Bundesligarechten eröffne, so Kofler. Bereits am 1. August werde Premiere nun einen eigenen Bundesliga-Sender starten.

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