Jahresprognose
Medion erwartet Millionenverlust

Elektronikhändler Medion wartet mit einer neuen Hiobsbotschaft auf: Der Aldi-Hoflieferant senkt seine Jahresprognose und erwartet nun ein zweistelliges Millionenminus. Das Unternehmen sieht sich großen Problemen gegenüber.

HB DÜSSELDORF. Medion werde das Geschäftsjahr voraussichtlich mit einem Fehlbetrag von 45 bis 60 Mill. Euro abschließen, kündigte das Essener Unternehmen am Montag an. Im vergangenen Jahr hatte Medion noch einen Überschuss von 9,2 Mill. Euro erzielt. Der Umsatz werde nun bei 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro erwartet. Bislang war der Konzern von 2 Mrd. Euro ausgegangen. Im Vorjahr hatte der Umsatz noch bei 2,5 Mrd. Euro gelegen.

Medion teilte mit, die Auftragseingänge gegen Ende des dritten Quartals sowie für das entscheidende vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft hätten die Erwartungen nicht erfüllt. Der Umsatz im vierten Quartal werde um 20 bis 30 Prozent hinter den Planungen zurückbleiben, die der Konzern noch Anfang des Jahres angestellt habe. So seien etwa die Impulse durch die Fußball-WM enttöuschend gewesen. Medion verwies zudem auf einen hohen Preisdruck und ein Überangebot im Markt.

Wegen der veränderten Markteinschätzung nehme Medion einmalige Abschreibungen auf die Altbestände sowie eine erhöhte Risikovorsorge vor, so dass das Ergebnis negativ ausfalle, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen werde im wesentlichen durch diese nicht zahlungswirksame Aufwendungen auf minus 75 bis minus 95 Mill. Euro gedrückt.

Medion bekommt seit Jahren die Konsumflaute in Deutschland zu spüren. Hinzu kommt die zunehmende Marktsättigung etwa bei Computern. Die Zeiten langer Schlangen bei Aldi wegen eines Medion-Computers sind längst vorbei. Zu hohe Kosten und schwache Renditen sind die Folge. Im Zuge des Konzernumbaus verabschiedet sich Medion inzwischen von Randbereichen, die zu wenig abwerfen. Die Firma will sich stärker auf Computer und Fernseher, mobile Navigationsgeräte, Fotoservices und Mobilfunk konzentrieren.

Die im SDax gelistete Aktie reagierte mit Verlusten auf die neuerliche Hiobsbotschaft des Essener Konzerns und notierte vorbörslich 9 Prozent im Minus.

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