Jahresprognosen bekräftigt
DSL-Mehrkosten stören United Internet nicht

Deutschlands zweitgrößter Internet-Anbieter United Internet hat seine Prognosen bekräftigt, obwohl er DSL-Anschlüsse bei der Deutschen Telekom weniger günstig einkaufen kann als erhofft.

HB FRANKFURT. Vorstandschef Ralph Dommermuth sagte auf der Hauptversammlung am Dienstag in Frankfurt, United Internet rechne bei Umsatz, operativem Ergebnis (Ebitda) sowie Vorsteuerergebnis für 2006 mit einem Plus von rund 50 Prozent. Daran ändere auch die Entscheidung der Bundesnetzagentur nichts, die der Telekom untersagt hatte, großen Anbietern wie United Internet bessere Konditionen beim Wiederverkauf schneller Internetanschlüsse einzuräumen als kleineren Konkurrenten. Dies wie sich auf das Ergebnis aus, räumte Dommermuth ein. United Internet müsse den Nachteil durch geringere Kosten ausgleichen, um die Prognose zu erreichen. Er sei aber zuversichtlich, die Ziele zu schaffen.

Im ersten Quartal lagen die Steigerungsraten deutlich über dem angepeilten Wachstum im Gesamtjahr. Dommermuth hatte den Verlauf des zweiten Quartals als „ganz vernünftig“ bezeichnet. Dank eines starken Wachstums im DSL-Geschäft, im Ausland und der Übernahme des Portalgeschäfts von Web.de hatte United Internet 2005 den Umsatz um 57 Prozent auf 801 Mill. Euro und den Vorsteuergewinn um 43 Prozent auf 100 Mill. Euro gesteigert. Am Ergebnis sollen die Aktionäre mit einer auf 25 von 20 Cent erhöhten Dividende beteiligt werden.

Das Unternehmen aus Montabaur will zudem Gratisaktien ausgeben, um das Grundkapital dem Wachstum anzupassen und seine Aktie billiger aussehen zu lassen. Ein Teil der Kapitalrücklage, der Gewinnrücklage und des Bilanzgewinns soll umgewandelt und das Grundkapital damit um 186 Mill. Euro auf 249 Mill. Euro aufgestockt werden. Die Aktionäre erhalten für jedes Papier drei zusätzliche, wodurch sich der Aktienkurs zunächst vierteln wird.

United Internet will sich für Zukäufe rüsten: Der Vorstand soll von den Aktionären ermächtigt werden, bis Ende 2007 bis zu zehn Mill. Aktien zurückzukaufen, die als Akquisitionswährung eingesetzt werden könnten, und neue Aktien auszugeben. United Internet hatte angekündigt, bis zu zwei Mill. Aktien an der Börse zurückkaufen zu wollen. Grundlage dafür ist eine Ermächtigung der letztjährigen Hauptversammlung.

Die Papiere sollen für Mitarbeiter-Beteiligungsprogramme oder zur Finanzierung von Zukäufen verwendet werden. Kürzlich hatte das Unternehmen die britische Fasthosts Internet gekauft. United Internet wird auch Interesse am Konkurrenten AOL Deutschland nachgesagt.

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