Jamba
Klingeltonanbieter setzt aufs TV-Geschäft

Der verrückte Frosch aus der Werbung muss umdenken: Nach dem Verkauf des Klingeltonanbieters Jamba will das Unternehmen mit dem grünen Maskottchen nun auch in Deutschland andere Inhalte wie Fernsehsendungen anbieten. Damit will es seinen Niedergang stoppen.
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DÜSSELDORF. Bislang stellt Jambas Plattform Bitbop nur in den USA Fernsehsendungen für Handys zur Verfügung. 2011 soll das Geschäft auch in Deutschland starten, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Allerdings mit einem Unterschied: Anders als in den USA, wo Shows etwa von CBS nur auf dem Smartphone zu empfangen sind, soll es in Deutschland zusätzlich ein Portal für PCs geben, um die Sendungen auch dort sichtbar zu machen. Später sollen Spiele und Filme hinzukommen.

Kurz vor Weihnachten hatte die Jamba-Mutter Fox Mobile erneut den Eigentümer gewechselt. News-Corp.-Chef Rupert Murdoch war das schwächelnde Geschäft offenbar leid. Er verkaufte Fox Mobile an den Investor Jesta Group, der vor allem bei Immobiliengeschäften aktiv ist. Ein Verkaufspreis wurde nicht genannt. Fox Mobile wird in Jesta Mobile umbenannt. Der Sitz solle in Berlin und Beverly Hills bleiben.

Jamba wurde 2000 unter Federführung der drei Samwer-Brüder mit Beteiligung von Metro und Debitel in Berlin gegründet. Über aggressive Fernsehwerbung verkaufte das Unternehmen etwa Klingelton-Abos an eine meist jugendliche Kundschaft. Vor allem auf den Musiksendern bewarben Comicfiguren wie der verrückte Frosch Gimmicks fürs Handy. 2004 stieg Murdoch in das schnell wachsende Unternehmen ein, vier Jahre später übernahm er es komplett und nannte es in Fox Mobile um.

Allerdings hat das Geschäft inzwischen seine Grenzen erreicht: Einerseits gilt Jamba als "Abzocker", weil viele Kunden nicht bewusst war, dass sie ein teures Abo abschließen. Das hat den Ruf gründlich ruiniert. Andererseits dominieren im Geschäft mit Zusatzprogrammen für Smartphones längst andere, etwa Apples App-Store und der Android-Laden von Google.

Fox Mobile baute daher mehrfach Stellen ab. Im Herbst 2009 mussten etliche Mitarbeiter in Berlin und Beverly Hills gehen. Anfang Dezember berichteten Blogs von einem neuen Arbeitsplatzabbau. Eine Firmensprecherin wollte keine aktuelle Mitarbeiterzahl nennen. Die Firmensite gibt die Zahl mit "über 600" weltweit an - zwischenzeitlich sollen es mal rund 750 gewesen sein.

Mark Anderson, operativer Chef von Fox Mobile, bleibt indes zuversichtlich: "Wir sind alle begeistert, das Geschäft unter der Führung der Jesta-Gruppe auszubauen und bauen dabei auf die solide Basis, die unter der Leitung von News Corp gelegt wurde."

Jesta-Chef Jason Aintabi betonte, die Firma könne auf stabile Beziehungen zu Netzbetreibern und Geräteherstellern aufbauen. Zudem habe Fox Mobile starke Marken.

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