James Bond
Stirb an einem anderen Tag

Sein Faible für schicke Autos und schöne Frauen machten James Bond berühmt. Auch 50 Jahre nach seinem ersten Auftritt ist der britische Agent nicht tot zu kriegen und ein Garant für klingelnde Kassen - nicht nur im Kino.
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Düsseldorf1,83 Meter groß, 76 Kilo schwer und bei einem Konsum von 60 Zigaretten und einer Flasche Hochprozentigem am Tag wohl meistens ziemlich betrunken – so beschrieb der schottische Autor Ian Fleming den Spion, der ihn berühmt machen sollte.

Auf der Kinoleinwand hat sich James Bond allerdings überraschend trittsicher gezeigt. Am 5. Oktober 1962 lief der erste Bondstreifen "James Bond jagt Dr. No" in den Kinos an. 50 Jahre, 22 Filme und fünf Hauptdarsteller später jagt der Agent im Dienste Ihrer Majestät noch immer Bösewichte, liebt schöne Frauen und trinkt seinen Martini geschüttelt, nicht gerührt.

Die Geschichte von James Bond machte seine Produzenten reich. Etwa fünf Milliarden US-Dollar haben die Filme in den vergangenen 50 Jahren in die Kinokassen gebracht. Das befördert die Bond-Filme auf Platz zwei der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten – lediglich der Zauberlehrling Harry Potter hat mehr Geld eingebracht.

Rechnet man die Inflation heraus, dürften die Summen noch wachsen. Allein am US-Markt hätten die Filme dann knapp vier Milliarden US-Dollar eingespielt. Der kommerziell erfolgreichste unter ihnen war „Feuerball“. Inflationsbereinigt hat er allein am US-Markt knapp 600 Millionen Dollar eingebracht. „Lizenz zum Töten“ dagegen war 1989 mit einem Einspielergebnis von knapp 70 Millionen Dollar nicht nur in den USA ein Flop.

Jahr für Jahr stieg die Beliebtheit des britischen Agenten. In Europa haben die Filme heute so viele Fans wie nie zuvor. Laut den Zahlen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle, welche seit 1996 die Filmbesucherzahlen in Europa erfasst, sahen 2006 knapp 26 Millionen Menschen auf dem Kontinent den Bond-Film "Casino Royale". 1997 waren es noch etwa 15 Millionen, die „Tomorrow never dies“ anschauten.

Zum 50-Jährigen wird rund um Bond kräftig geworben. Der neue Streifen „Skyfall“ kommt in Großbritannien am 26. Oktober in die Kinos, heute stellte die Sängerin Adele ihren Titelsong dazu vor. Der holländische Bierhersteller Heineken lässt in seiner aktuellen Reklame Bond-Darsteller Daniel Craig für sein Bier werben und eine Blu-Ray-Jubiläumsedition der Filme können Fans bereits vorbestellen. Eine Neuauflage aller vierzehn Fleming-Romane ist bei Vintage-Publishing erschienen.

Wie Bond zu Geld wird, lässt sich auch gut am Auktionsmarkt beobachten: Das Londoner Auktionshaus Christie‘s versteigert Accessoires und Requisiten, die bei der Produktion verschiedener James-Bond-Streifen verwendet wurden. Für eine Poster-Kollektion des 1965 erschienenen „Feuerball“ bieten Liebhaber derzeit umgerechnet 9950 Euro.

Ein Modell der Raumfähre Moonraker aus dem gleichnamigen Film von 1979 ist Sammlern knapp 50.000 Euro wert. Auch Requisiten aus neueren Bond-Filmen kommen gut weg. Für ein Paar Manschettenknöpfe, die Bond-Darsteller Daniel Craig in „Skyfall“ trägt, werden derzeit etwa 22.000 Euro geboten – der geschätzte Wert der Knöpfe liegt zwischen 1000 und 1500 Pfund. Unvergessen bei den Fans bleibt auch eine blaue La Perla-Unterhose, in der Bond in „Casino Royale“ aus dem Meer steigt. Für die erwarten die Versteigerer zwischen 8000 und 10.000 Euro.

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