Japans Mobilfunkmarkt
Wie das iPhone Verlierer zu Siegern macht

Der Erfolg des iPhones beweist: Ohne Smartphones läuft in Japan nichts mehr. Vor allem die Vertreiberrechte entscheiden dabei über Erfolg und Niederlage.

TokioMasayoshi Son ist ein cleverer Geschäftsmann, nicht ohne Grund ist der Betreiber des japanischen Mobilfunk- und Medienkonzerns Softbank der reichste Mann Japans. Seine Bewunderer sagen, er habe einen zuverlässigen Riecher für Geschäftschancen.

Doch nun muss der Sohn koreanischer Eltern offenbar erstmals eine schwere Niederlage einstecken - und das in seinem Hauptbetätigungsfeld. Nach Berichten japanischer Medien wird das neue iPhone5 von Apple künftig nicht mehr, wie bisher, von Sons Unternehmen Softbank, sondern vom Rivalen KDDI angeboten.

Eine Demütigung für den erfolgsverwöhnten Manager - zumal seine Firma bisher über einen exklusiven Vertrag mit Apple über den Verkauf des iPhones verfügte. Kunden in Japan konnten das Smartphone nur über Softbank beziehen. Entsprechend verschnupft reagierte der geschlagene Konzern auf Anfrage. Man kommentiere das Thema nicht, hieß es.

Der Ärger ist nur allzu verständlich. Ohne Smartphones geht in Japan kaum noch etwas. Und das derzeit beliebteste Modell, das iPhone, kann bisherige Verlierer schnell zu Siegern machen. Das iPhone hat Softbank dazu verholfen, Nummer eins bei der Zahl der Neu-Abonnenten zu werden. Kurz nachdem der KDDI-Deal bekannt wurde, sauste der Aktienkurs von Softbank um zwölf Prozent in den Keller, während KDDI kräftig zulegen konnte.
Der Mobilfunkmarkt in Japan ist in einem heftigen Umwälzungsprozess. Noch vor ein paar Jahren glaubten die heimischen Hersteller, dass das iPhone in Japan keinen Erfolg haben würde. Sie täuschten sich. Das Telefon ist mittlerweile der Renner unter den Handgeräten, mit denen Nutzer nicht nur telefonieren, sondern auch im Internet surfen können.

Zugleich hat es den Markt für die Smartphones erst richtig geöffnet. Gestern gab der Marktführer NTD DoCoMo, der im laufenden Geschäftsjahr etwa 20 Millionen Geräte an den Kunden bringen will, eine weitere Revolution bekannt. Er will seine gesamte Produktpalette auf Smartphones umstellen - und zwar bereits bis November dieses Jahres.

Seite 1:

Wie das iPhone Verlierer zu Siegern macht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%